…aus dem Klassenraum II

Teil 2 der Reihe “…aus dem Klassenraum” oder “Veränderungen im Rahmen des derzeit Möglichen”

In den letzten Tagen habe ich den Raum etwas umgestellt. Ein großer Dank für die Einrichtungsideen geht hier an meine geduldige Kollegin aus R.!

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Foto 1: Herausgeflogen ist das Regal, das vor meinem Schreibtisch stand. Auch habe ich die Buchstaben oben entsorgt. Ich habe lange überlegt, ob ich stattdessen alle Basisgrapheme aufhänge. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, da der Raum eventuell im Sommer renoviert wird. So erspare ich allen Helfenden die Arbeit, alles wieder ab- und aufzuhängen. Als Kompromiss habe ich stattdessen doch wieder die Schreibtabelle des Zebra-Lehrwerkes angehangen. Im Großen und Ganzen geht sie ja in Ordnung, auch wenn sie, wie alle anderen mir bekannten Schreibtabellen auch, einige “Schwächen” hat. Die wunderbar dunkelbraunen Tische aus den 70ern(?) nutze ich auch weiterhin für die Kleingruppenarbeit mit mir. An diesem Tisch sitzt sonst normalerweise niemand.

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…aus dem Klassenraum I

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Foto 1: In den Sommerferien ist eine Renovierung des Raumes angedacht, wenn sich Eltern dafür einsetzen sollten. Warum eigentlich ist das nicht die Aufgabe einer Malerfirma?! Gerne würde ich auf die alte Tafel verzichten bzw. nur noch ein 1x1qm großes Element hängen lassen, denn das Smartboard reicht meiner Erfahrung nach aus. Links in der Ecke hinter den Kisten steht der (leider) überdimensionierte Schreibtisch. Wer nur hatte einen solchen Koloss jemals gebraucht?

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Hausaufgaben in Klasse 1

Hier entsteht eine Sammlung von geöffneten Hausaufgaben, die ich in einem wöchentlichen Aufgabenblatt austeile. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Automatisieren und Ausprobieren. Hintergrundinformationen zu dieser Form von Aufgaben habe ich bereits vor wenigen Jahren im Artikel Hausaufgaben – wenn ja, wie? verfasst.

Ein Beispielblatt: 

Im Original habe ich rechts immer ein kleines Strichbild (z.B. den Fisch Nemo, einen Dino, einen Polizisten etc.), das ich von schulbilder.org einfüge. Neulich hatte ich doch tatstächlich eines vergessen (siehe oben), was zu einem riesigen Aufschrei in der Klasse führte: “Wo ist unser Bild!?” Auf die Linie notieren sich die Kinder täglich ein bis zwei Buchstaben, die sie selbstständig als “Schönschreibübung” im Heft durchführen. Meist biete ich ein, manchmal auch zwei doppelseitige Arbeitsblätter an, die ich vorstelle und a) erfrage, wer daran interessiert ist oder b) denjenigen Kindern gebe, wo ich es für sinnvoll erachte. So kopiere ich auch nur die Menge an Papier, die benötigt wird. Aufgaben wie zum Beispiel “Löse das Arbeitsblatt” habe ich daher in der Sammlung unten nicht notiert. Für derlei Aufgaben nutze ich gerne die kostenlose Software Rechenblatt, mit der ich unkompliziert und schnell sehr differenzierte Blätter erstellen kann. Da das Programm aber sehr komplex ist, muss man sich ausführlich darin einarbeiten.

Jeden Montag teile ich ein neues Hausaufgabenblatt aus. Selbstverständlich ist, dass alle Aufgaben den Kindern aus dem Unterricht bekannt sind. Da anfangs noch nicht alle lesen konnten, las ich die ersten meist 3 Aufgaben vor. Davon wählten sich die Kinder dann eine aus, die sie ankreuzten / einkreisten. Dienstags las ich noch einmal die ersten drei und danach die nächsten 3 Aufgaben vor usw. Ich betone immer wieder, dass nicht alle Aufgaben in der Woche erledigt werden müssen! Sie sollen vor allem auch für Eltern eine Orientierungshilfe sein. Manche Kinder möchten nämlich auch schon mal an etwas ganz anderem arbeiten, was ich nach Rücksprache in der Regel auch zulasse.

Wichtig ist mir, dass ich einigen Eltern erkläre, dass es mir lieber ist, wenn sie, sofern möglich, mit ihrem Kind Aufgaben machen, die das Kind noch individueller in seinen momentanen Möglichkeiten fördern. Dazu zähle ich beispielsweise Aufgaben aus der Förderkartei für rechenschwache Schüler oder spielerische Übungen zur phonologischen Bewusstheit.

Bisher habe ich hier Hausaufgaben aus 9 von 16 Wochen veröffentlicht. Der Rest folgt… Einige wenige Aufgaben sind doppelt. Ich werde sie im Laufe der Zeit entfernen.

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Unterricht bei mir

Ich bin derzeit Klassenlehrer eines ersten Schuljahres mit 23 Kindern in Rheinland-Pfalz (2012/2013). Die Schule, in der ich arbeite, ist eine “ganz normale staatliche Grundschule” zwischen Trier und Koblenz. Es gibt 8 Klassen mit ca. 170 Kindern.

Mein Unterricht basiert auf vier Säulen.

1. Säule: Gemeinsame Phasen im Stuhlkreis oder an der Tafel/Smartboard: Diese Zeit nutze ich für Inhalte, meist Übungen, die für alle Kinder relevant sind. Beispielhaft seien nur die Lautübungen in Klasse 1 genannt. Wichtig sind hier aber auch die gemeinsamen Reflexionsgespräche über das Klassengeschehen, Arbeitsergebnisse etc.

2. Säule: Freiwillige oder verpflichtende Kleingruppenarbeit: Dazu setze ich mich mit etwa 2-6 Kindern an einen Doppeltisch und arbeite mit ihnen in kleiner Runde. Meine Lernangebote sind dabei freiwillig. Nur selten nimmt das Lernangebot kein Kind an. Zur verpflichtenden Kleingruppenarbeit bitte ich die Kinder aber täglich abwechselnd und gezielt zu mir. So kann ich mit ihnen passgenau an einem Thema arbeiten, bei dem ich Entwicklungsbedarf sehe.

3. Säule: Kennzeichnendes Merkmal ist hier die einleitende Frage “Woran möchtest du jetzt arbeiten?” Entscheidungsschwachen Kindern gebe ich eine Auswahl aus ein bis drei Arbeitsideen. Diese Säule bringt die Kinder in die Selbstständigkeit und führt im Idealfall am Ende von Klasse 4 zur Eigenverantwortung (*). Letztere definiere ich als eine Arbeitshaltung von Lernen, die sich in einem Satz ausdrückt wie etwa “Ich WILL lernen, auch wenn du, lieber Lehrer, nicht da bist. Habe ich Schwierigkeiten hole ich mir Hilfe und gebe nicht sofort auf!” Bei der Reflexion dieser Arbeitsphase sage ich oft “Schule ist kein Ponyhof” und versuche auch damit das Lernen hoch zu halten.

4. Säule: Elternarbeit, Elternarbeit, Elternarbeit… regelmäßige freiwillige Treffen mit allen, Einzelgespräche, schriftliches Feedback, Informationsbriefe etc. Manche Eltern vertrauen Lehrern nicht per se – warum sollten sie auch? Dieses Vertrauen muss man sich als Lehrer mühsam erarbeiten. Ohne Elternarbeit bröseln die ersten drei Säulen schneller dahin als einem lieb ist!

Vormittags stehen die ersten drei Säulen gleichwertig nebeneinander. Jeder “normale” Arbeitstag besteht aus allen drei Säulen, die zeitlich verschieden lang ausfallen und im Falle von Säule 2 und 3 parallel stattfinden.

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Vortrag: Unterricht bei “uns”

Im Wintersemester 2011/12 fand an der Universität Koblenz eine Ringvorlesung statt, zu der wir, Nicole Marx, Julia Misterek und ich, eingeladen waren, um über unseren Schulalltag zu berichten. Besonders gefreut hatte mich, dass zwei Mädchen aus meiner damaligen Klasse dabei waren, die aus ihrer Perspektive erzählt haben. Weiterlesen →