Das kleine Buch der Führungskunst

Lei­tung in Unter­neh­men und Klas­sen­füh­rung in Schul­klas­sen, die indi­vi­dua­li­sier­te För­de­rung der Schü­ler ermög­li­chen, haben wohl mehr mit­ein­an­der zu tun, als man mög­li­cher­wei­se anneh­men wür­de. Wenn ich mir man­che Zita­te im Buch The litt­le book of lea­dership durch­le­se, erken­ne ich eini­ge Par­al­le­len zu mei­nem Unter­richts­all­tag. So heißt es unter ande­rem – sinn­ge­mäß über­setzt:

  • Gute Füh­rung ist wahr­schein­lich nicht das, was du denkst.
  • Typi­scher­wei­se den­ken wir, dass die Füh­rungs­per­son die­je­ni­ge ist, die an der Spit­ze ist.
  • Drei Schlüs­sel von guter Füh­rung: a) Sei opti­mis­tisch! Wenn du es nicht bist, brauchst du dich nicht zu wun­dern, wenn es die Ande­ren auch nicht sind. b) Wenn du die Men­schen nicht liebst, dann tue etwas Ande­res. c) Zei­ge unmiss­ver­ständ­lich, wofür du stehst!
  • Gute Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten hören erst ein­mal zu, bevor sie ans Werk gehen.
  • Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten schaf­fen kei­ne Nach­ah­mer (im Sin­ne von „höri­gen Ja-Sagern”), son­dern sie schaf­fen wie­der­um Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten.
  • Gute Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten wer­den zu Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten, weil sie etwas errei­chen wol­len, und nicht um ihrer selbst wil­len.

„Das klei­ne Buch der Füh­rungs­kunst” wei­ter­le­sen

Wie entwickelt sich eine Haltung?

Hal­tun­gen ent­wi­ckeln sich aus erleb­ten Erfah­run­gen, die man in ähn­li­chen Kon­tex­ten immer wie­der gemacht hat. Erfah­run­gen macht man „unter Akti­vie­rung emo­tio­na­ler Zen­tren”. Dabei wer­den kogni­ti­ve und(!) emo­tio­na­le Antei­le in Form eines gekop­pel­ten Netz­wer­kes im Hirn mit­ein­an­der ver­bun­den, d.h. man kann sagen, „was” man in einer Situa­ti­on erfah­ren hat (Kogni­ti­on) und wie es einem in die­ser Situa­ti­on ging (Emo­ti­on). Wenn man nun immer wie­der Erfah­run­gen in ähn­li­chen Kon­tex­ten macht, ver­dich­ten sie sozu­sa­gen die gekop­pel­ten Netz­wer­ke wie ein Bün­del, das man im Sprach­ge­brauch als Hal­tung benennt. (Quel­le: sie­he Link oben)

Aus­zug aus der aktu­el­len Grund­schul­ord­nung in Rhein­land-Pfalz:

§ 1, Abs 1: Die Grund­schu­le führt die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in das schu­li­sche Ler­nen ein. Sie befä­higt sie zum selbst­stän­di­gen und gemein­sa­men Ler­nen und Han­deln. Sie lei­tet zur Über­nah­me von Wer­ten, Ein­stel­lun­gen und Hal­tun­gen im Sin­ne des § 1 des Schul­ge­set­zes (SchulG) an. Sie bie­tet den Schü­le­rin­nen und Schü­lern Hil­fen und Ori­en­tie­rung und för­dert ihre indi­vi­du­el­le Ent­wick­lung.

Danke, Jürgen Klopp!

Ich glau­be nicht dar­an, dass die Angst vorm Ver­lie­ren, dich eher zum Sie­ger macht als die Lust auf Gewin­nen. Und die Lust auf Gewin­nen ist das, um was es geht. Das weckt die Gier in dir. Das macht dich aus. Das lässt dich leicht lau­fen. Das lässt dich über dei­ne eige­nen Mög­lich­kei­ten hin­aus­wach­sen. Das macht dich beson­ders stark. Und die­se Lust auf Gewin­nen, die tobt in mir!

Quel­le: aktu­el­ler Wer­be­spot zur EM 2012

Jür­gen Klopp wird mit sei­nem posi­ti­ven Blick auf den Men­schen und sei­ne Spie­ler ganz sicher eine grö­ße­re Brei­ten­wir­kung haben als alle Neu­ro­bio­lo­gen mit den neu­es­ten Erkennt­nis­sen zusam­men! Ich wür­de mir sehr wün­schen, wenn er uns in Deutsch­land als Trai­ner noch vie­le Jah­re erhal­ten bleibt. Denn mit sei­ner(!) Hal­tung ver­än­dert er fest­ge­fah­re­ne Vor­stel­lun­gen!

Ich glau­be nicht dar­an, dass die Angst vor schlech­ten Noten und Druck, einen Schü­ler eher zum Ler­nen antreibt als die Lust am Ler­nen. Und die Lust am Ler­nen ist das, um was es geht. Das weckt die Neu­gier in dir. Das macht dich aus. Das lässt dich leicht ler­nen. Das lässt dich über dich hin­aus­wach­sen. Das macht dich stark. Und die­se Lust am indi­vi­du­el­len Ler­nen, die tobt in mir! (Marek Bre­u­ning, Autor von Skol­net)

Produziert Schule lustlose Pflichterfüller?

Der öster­rei­chi­sche der­Stan­dard am 18. April 2012 im Inter­view mit dem Neu­ro­wis­sen­schaft­ler Prof. Gerald Hüt­her:

  1. Um nach­hal­tig zu ler­nen, braucht das Hirn vor allem Begeis­te­rung. Aber kann Ler­nen ohne Druck über­haupt funk­tio­nie­ren?
  2. War­um ler­nen klei­ne Kin­der so viel und leicht?
  3. Was sagen gute Noten über einen Schü­ler aus?
  4. Woher soll der Mut für Ver­än­de­run­gen kom­men?
  5. Wie kön­nen Schu­len Orte der Poten­zi­a­l­ent­fal­tung wer­den?
  6. Wel­chen Ein­fluss haben die Leh­rer?
  7. Was hat Schu­le mit Erb­sen zu tun?
  8. Was kön­nen Eltern tun, die Ver­än­de­run­gen für ihre Kin­der wün­schen?