Gespräche über Lernen

Vor weni­gen Tagen gaben Prof. Dr. Hei­ke de Boer und Mari­na Bon­a­na­ti bei­de von der Uni­ver­si­tät Koblenz das Buch Gesprä­che über Ler­nen – Ler­nen im Gespräch her­aus. Dar­in ent­hal­ten sind zahl­rei­che Arti­kel u.a. einer, bei dem ich mit einer Kol­le­gin und einem Kol­le­gen mit­wirk­te.

lerngespraecheIn unse­rem Arti­kel „Refle­xi­on und Par­ti­zi­pa­ti­on in Lern­ge­sprä­chen” gehen wir der Fra­ge nach, wie Lern­ge­sprä­che in einer 1. Klas­sen­stu­fe gestal­tet wer­den kön­nen und wel­che Bedin­gun­gen es bedarf, um die Aus­ein­an­der­set­zung über eige­ne Lern­pro­zes­se anzu­re­gen.

Die Grund­la­ge des Arti­kels leg­ten wir in „mei­nem” dama­li­gen 1. Schul­jahr 2012/2013, bei dem die bei­den Mit­au­to­ren (M.C. Wag­ner und M. Fischer) über meh­re­re Mona­te hin­weg die von mir geführ­ten „Lern­ge­sprä­che” ana­ly­sier­ten, wir über die Beob­ach­tun­gen dis­ku­tier­ten und ich die Gesprä­che dahin­ge­hend ver­än­der­te, dass die Kin­der immer pro­duk­ti­ver dar­an par­ti­zi­pie­ren konn­ten.

Die ers­ten zwei Sei­ten des Arti­kels kön­nen beim Ver­lag (sie­he Link oben) ange­le­sen wer­den. Dazu klickt man dort auf „Inhalts­ver­zeich­nis”, sucht nach dem Arti­kel „Refle­xi­on und Par­ti­zi­pa­ti­on in Lern­ge­sprä­chen” und wählt schließ­li­ch die Vor­schau aus.

Das Inhalts­ver­zeich­nis des Buches kann auf die­ser Sei­te unten oder in die­sem exter­nen PDF-Doku­ment ange­se­hen wer­den.

Ich freue mich, dass die Som­mer­fe­ri­en ab mor­gen begin­nen und ich dann end­li­ch die Zeit fin­den wer­de, mich die­sem und ande­ren noch lie­gen geblie­be­nen Büchern, u.a. auch dem hier, wid­men zu kön­nen!

Ursachen für Lese- und Rechtschreibstörungen

Wenn ein Kind sich in den ers­ten zwei Schul­jah­ren beim Lesen und Schrei­ben schwer tut, kann das für alle Betei­lig­te – Kind, Eltern, Leh­rer – sehr belas­tend sein. Umso wich­ti­ger ist es, die Ursa­chen für die Lern­schwie­rig­kei­ten zu erken­nen (Dia­gno­se), um dar­auf auf­bau­end eine pas­sen­de För­de­rung zu ermög­li­chen (Inter­ven­ti­on) (vgl. das Prin­zip des → evi­denz­ba­sier­ten Ler­nens bei Hat­tie).

Eine tref­fen­de Dia­gno­se und die ange­mes­se­ne Inter­ven­ti­on – im Ide­al­fall durch Schu­le, Eltern und exter­nen Fach­leu­ten – bedeu­tet nicht zwangs­läu­fig, dass das betref­fen­de Kind nun rasend schnell schrei­ben und lesen ler­nen wird. Auch jetzt kann es noch so sein, dass die Lern­er­fol­ge sich nur in ver­gleichs­wei­se klei­nen Schrit­ten zei­gen.

Man­che Fak­to­ren, die eine Lese- und Recht­schreib­stö­rung (LRS) bedin­gen, kön­nen von Leh­rern bes­ser dia­gnos­ti­ziert und „behan­delt” wer­den als ande­re. Im Fol­gen­den lis­te ich zunächst bis­her bekann­te Fak­to­ren (Risi­ko­fak­to­ren) auf, die eine LRS begüns­ti­gen:

„Ursa­chen für Lese- und Recht­schreib­stö­run­gen” wei­ter­le­sen

Leseförderung im Team

In letz­ter Zeit sto­ße ich immer wie­der auf den Namen Elmar Sou­vi­gnier, wenn es um Lese­för­de­rung geht. Prof. Sou­vi­gnier hielt u.a. einen lesens­wer­ten Vor­trag auf der Tagung „Wie lässt sich eine nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung der Lese­kom­pe­tenz errei­chen?”
Aus­ge­hend von der Prä­sen­ta­ti­on von Sou­vi­gnier bin ich auf die­ses Lese­för­der­pro­gramm gesto­ßen, das mir recht viel­ver­spre­chend erscheint:

Kennt das jemand und kann dazu etwas als Kom­men­tar schrei­ben?

Aber: Ich den­ke, auch wir Leh­rer dür­fen uns nichts vor­ma­chen. Es liegt nicht aus­schließ­li­ch in unse­rer Macht, Kin­der zu erfolg­rei­chen Lesern aus­zu­bil­den. Die EU-Sach­ver­stän­di­gen­grup­pe für Liter­acy betont, dass die Eltern einen ganz erheb­li­chen außer­schu­li­schen Ein­fluss auf die Ent­wick­lung des Lesens ihrer Kin­der ein­neh­men und bei allen schu­li­schen Maß­nah­men mit ein­be­zo­gen wer­den müs­sen, sie­he R. Val­tin – Lösungs­vor­schlä­ge der Sach­ver­stän­di­gen­grup­pe der EU (High Level Group of Experts on Liter­acy). Den Ein­fluss der Eltern bestä­tigt zudem auch eine OECD-Stu­die:

Wenn Eltern ihren Kin­dern im Vor- und Grund­schul­al­ter vor­le­sen, kann das die Lese­leis­tun­gen im Teen­ager­al­ter um durch­schnitt­li­ch 2 Jah­re ver­bes­sern!” (PISA-Son­der­aus­wer­tung)

Nach­trag: Wie ich soeben lese, schei­nen die drei oben erwähn­ten Hef­te / Bücher die Dis­ser­ta­ti­on von Mun­ser-Kie­fer zu sein.

Wie kann Schriftspracherwerb gelingen?

Auf einer Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft für Lesen und Schrei­ben hielt Frau Prof. Dr. Agi Schrün­der-Len­zen von der Uni­ver­si­tät Pots­dam einen Vor­trag mit dem The­ma:

Down­load: Wie kann Schrift­sprach­er­werb gelin­gen? Ein kri­ti­scher Bli­ck auf aktu­el­le didak­ti­sche Ansät­ze

Ange­spro­chen wer­den in drei gro­ßen Kapi­teln fol­gen­de The­men:

  • War­um ein kri­ti­scher Bli­ck? (u.a. Lesen durch Schrei­ben)
  • Sind Fibeln die bes­se­re Alter­na­ti­ve?
  • Gelin­gens­be­din­gun­gen des Schrift­sprach­er­werbs: Anlaut­ta­bel­len? – Sprach­för­de­rung – Frei­es Schrei­ben?

Erwähnt und emp­foh­len sei an die­ser Stel­le auch ein vor weni­gen Tagen erschie­ne­nes Pos­ter namens Die Lau­te des Deut­schen. Hier wer­den alle beson­ders häu­fi­gen Lau­te (= Basis­gra­phe­me) in einer über­sicht­li­chen Tabel­le dar­ge­stellt.

Zuletzt sei noch auf die Direk­te Hin­füh­rung zur Buch­sta­ben­schrift ver­wie­sen, die in der Prä­sen­ta­ti­on erwähnt wird.