Erwartungen am Ende von Klasse 3

Die Rah­men­plä­ne von Rhein­land-Pfalz geben seit eini­gen Jah­ren kei­ne Zie­le mehr für die ein­zel­nen Klas­sen­stu­fen in der Grund­schu­le vor. Ab dem kom­men­den Schul­jahr 2015/2016 wer­den nun wei­ter über­ar­bei­te­te Rah­men­plä­ne ver­bind­lich, in denen ähn­lich wie in Nord­rhein-West­fa­len für die Stu­fen 1 und 2, sowie 3 und 4 kokre­te­re Zie­le genannt wer­den sol­len.

Für mei­ne Arbeit habe ich in den letz­ten Jah­ren Erwar­tungs­ho­ri­zon­te für die ein­zel­nen Klas­sen­stu­fen for­mu­liert. Zwei Fra­gen, die hier­zu immer wie­der auf­tau­chen, habe ich hier kurz erläu­tert und beant­wor­tet.

Vor einem bzw. zwei Jah­ren etwa habe ich die Lern­zie­le / Erwar­tun­gen für das Ende von Klas­se 1 und Klas­se 2 ver­öf­fent­licht. Heu­te nun kom­men auch die Ziele/Erwartungen für Klas­se 3 hin­zu.

MATHEMATIK

Zahlen und Zahlenraum (bis 1000)

  • alle Zah­len bis 1000 ken­nen und schrei­ben
  • sicher im 1000er-Raum ori­en­tie­ren (Zah­len­strahl, Feld)
  • Men­gen abschät­zen, über­schla­gen und run­den

Sachaufgaben lösen, Mathematisieren

  • den Drei­schritt Fra­ge-Rech­nung-Ant­wort bei Sach­auf­ga­ben nut­zen
  • Daten in Säu­len- und Kreis­dia­gram­men umset­zen und sie inter­pre­tie­ren
  • Linea­ri­tät / Pro­por­tio­na­li­tät in Tabel­len erfas­sen und berech­nen
  • Gewinn­chan­cen ein­schät­zen und ermit­teln, Kom­bi­nie­ren

Messen (Länge, Gewichte, Geld, Zeit)

  • Län­gen rich­tig ein­schät­zen
  • mit Län­gen rech­nen und sie umrech­nen (mm, cm, m)
  • mit Stun­den, Minu­ten, Sekun­den rech­nen, Zei­ten rea­lis­tisch ein­schät­zen
  • Zeit­span­nen berech­nen
  • Geld umrech­nen (z.B. 112 ct sind 1,12 €)
  • Gewich­te rich­tig ein­schät­zen und an der Bal­ken­waa­ge wie­gen
  • Gewich­te rich­tig notie­ren (bis 1000 g bzw. 1 kg)

Arithmetik / Operationen

  • Zah­len bis 1000 ergän­zen
  • Zah­len ver­dop­peln und hal­bie­ren (ver­drei­fa­chen, ver­vier­fa­chen etc.)
  • halb­schrift­li­che Addi­ti­on und Sub­trak­ti­on von drei­stel­li­gen Zah­len
  • schrift­lich addie­ren und sub­tra­hie­ren von maxi­mal drei­stel­li­gen Zah­len (in den letz­ten zwei Schul­mo­na­ten)
  • das gesam­te Klei­ne 1x1 (Mul­ti­pli­ka­ti­on und Divi­si­on) sicher im Kopf beherr­schen
  • das gro­ße 1x1 über Stra­te­gi­en berech­nen (12 → mal 10 / mal 2 oder 9 → mal 10 – 1)
  • nur halb­schrift­li­che(!!) Mulit­pli­ka­ti­on, sowie Divi­si­on von Hun­der­t­er­zah­len mit einem Divi­sor bis max. 10 mit und ohne Rest (Kopf­rech­nen setzt Ver­ständ­nis vor­aus und geht vor Rechen­re­zept, wie den schrift­li­chen Ver­fah­ren – die­se so spät wie nur mög­lich ein­füh­ren!!)
  • zu gege­be­nen Bedin­gun­gen rech­nen, zum Bei­spiel Glei­chun­gen ent­wi­ckeln (Bei­spiel: Glei­chun­gen, dop­pel­sei­tig dru­cken und in der Mit­te fal­ten)

Geometrie

  • Eigen­schaf­ten von Recht­eck, Qua­drat, Drei­eck, Kreis benen­nen und sie zeich­nen
  • Umfang und Flä­chen berech­nen (Qua­drat­me­ter, -zen­ti­me­ter)
  • Drei­ecke mit rech­tem Win­kel zeich­nen, gleich­schenk­li­ge Drei­ecke
  • Wür­fel, Qua­der, Net­ze
  • Geo­drei­eck und Zir­kel sach­ge­recht benut­zen
  • Spie­ge­lach­sen fin­den, eige­ne Figu­ren mit Line­al zeich­nen
  • dreh­sym­me­tri­sche Figu­ren zeich­nen (Punkt­spie­ge­lun­gen)

DEUTSCH

Lesen und Medien

  • ca. 60 Wör­ter pro Minu­te in einem unbe­kann­ten Text lesen
  • Unbe­kann­te Sach- und Erzähl­tex­te flie­ßend vor­le­sen (ohne Sinn­ent­nah­me!)
  • gezielt ein­zel­ne Infor­ma­tio­nen in Sach- und Erzähl­tex­ten suchen: mar­kie­ren / unter­strei­chen, Inhal­te auf­grund von Über­schrif­ten / Bil­dern anti­zi­pie­ren
  • Fra­gen zum Gele­se­nen auf­stel­len
  • Auf­bau eines Kin­der­bu­ches ken­nen: Titel, Autor, Klap­pen­text, Inhalts­ver­zeich­nis, Kapi­tel, Sei­ten­zah­len
  • wenigs­tens zwei Kin­der­buch­au­to­ren und eini­ge ihrer Bücher ken­nen
  • ggfs. Buch­prä­sen­ta­ti­on von gele­se­nen bzw. Lieb­lings­bü­chern: Inhalt vor­stel­len, Stel­lung bezie­hen, genau erzäh­len (→ Steck­brief, sie­he Tex­te ver­fas­sen)
  • bei einem Thea­ter­stück aktiv mit­ma­chen
  • den Unter­schied von Erzäh­lun­gen, Fabeln, Mär­chen und Gedich­ten erklä­ren

Rechtschreibung

  • Geüb­te Wör­ter rich­tig schrei­ben
  • Tex­te von der Tafel oder einer ande­ren Vor­la­ge feh­ler­frei abschrei­ben
  • Wort­ar­ten: Nomen, Ver­ben, Adjek­ti­ve unter­schei­den und Groß-/Kleinschreibung beach­ten
  • Satz­zei­chen: Punkt und Fra­ge­zei­chen am Satz­en­de set­zen
  • zügig mit dem Wör­ter­buch arbei­ten und zusam­men­ge­setz­te Wör­ter (Haus­boot) sowie Wör­ter mit Vor­sil­ben (auf­ste­hen) auf­fin­den
  • wört­li­che Rede erken­nen (Begleit- und Rede­satz) und mit Dop­pel­punkt mar­kie­ren
  • Recht­schreib­stra­te­gi­en nut­zen: Ver­län­gern, Wort­stamm bil­den, Vor­sil­ben etc.

Texte verfassen

  • gut les­bar schrei­ben! (die Buch­sta­ben sind deut­lich)
  • kur­ze Tex­te und Abschnit­te in Tex­ten in eige­nen Wor­ten zusam­men­fas­sen
  • logi­sche, „run­de“ und ver­ständ­li­che Erzäh­lun­gen mit Dia­lo­gen ver­fas­sen
  • beim Schrei­ben beach­ten: Für wen schrei­be ich? Was möch­te ich mit dem Text sagen?
  • beim Schrei­ben die rich­ti­ge Zeit­form benut­zen (Prä­sens / Prä­te­ri­tum)
  • eige­ne Tex­te mit dem Wör­ter­buch über­prü­fen: „Sind die Wör­ter rich­tig geschrie­ben?“ und den Inhalt von eige­nen Tex­ten mit einem ande­ren Kind über­prü­fen: „Ver­stehst du alles, was ich geschrie­ben habe?“
  • eige­ne Tex­te glie­dern: Über­schrift, Absät­ze, Ein­lei­tung / Haupt­teil / Schluss
  • eine Fabel, ein Mär­chen und eine Erzäh­lung (Ver­gan­gen­heits­form), sowie einen Steck­brief zu einem Buch schrei­ben

Sprechen und Zuhören

  • im Kreis abwar­ten und zuhö­ren
  • Arbeits­vor­ha­ben pla­nen und arti­ku­lie­ren
  • Ergeb­nis­se vor der Klas­se prä­sen­tie­ren und reflek­tie­ren
  • bei Kon­flik­ten nach Lösun­gen suchen
  • dein Arbeits­ver­hal­ten selbst ein­schät­zen
  • per­sön­li­che Schwä­chen und Stär­ken in Deutsch und Mathe benen­nen
  • Mit­schü­lern Tipps geben, was sie beim Ler­nen bes­ser machen soll­ten
  • dem Leh­rer regel­mä­ßig Feed­back geben

Sprache und Sprache untersuchen

  • Wort­ar­ten, Satz­ar­ten, Wort­fa­mi­lie, Wort­stamm, Vor­sil­be, Prä­po­si­ti­on, Pro­no­men ken­nen und unter­schei­den
  • Zeit­for­men (Gegen­wart, 1. / 2. Ver­gan­gen­heits­form) ken­nen
  • Satz­glied (Sub­jekt) erken­nen und umstel­len
  • Unter­schie­de zwi­schen Gespro­che­nem und Geschrie­be­nem erken­nen, z.B. Dia­lek­te, Prä­te­ri­tum vs. Per­fekt

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