Mein Kind braucht mehr Futter”

Mit die­ser Über­schrift beginnt Wal­ter Hövel, Schul­lei­ter an der staat­li­chen Grund­schu­le Har­mo­nie, einen Arti­kel über den Wunsch von Eltern zur Füt­te­rung ihrer Kin­der im Sin­ne einer per­ma­nen­ten „För­de­rung”: Mein Kind braucht mehr Fut­ter (von W. Hövel)

Anmer­kung zum Arti­kel:
Gestutzt habe ich auf Sei­te 2 des Arti­kels bei der Aus­sa­ge, dass Win­ter­hoff ein „selbst­er­nann­ter Kin­der­psy­cho­lo­ge” sei. In der Tat führ­te mei­ne Recher­che dazu, dass Win­ter­hoff Kin­der­psych­ia­ter und nicht –psy­cho­lo­ge ist. Was Hövel mit die­ser For­mu­lie­rung aus­sa­gen möch­te, erschließt sich mir nicht ganz, da sich Win­ter­hoff mei­nes Wis­sens nach bei sei­nen Vor­trä­gen als Psych­ia­ter vor­stellt. Ver­mut­li­ch meint Hövel mit sei­nen Wor­t­en, dass Win­ter­hoff mit sei­nen Erzie­hungs­ratschlä­gen schein­bar all­ge­mei­nen Anspruch erhe­be, indem er sich auf die angeb­li­ch natür­li­chen (psy­cho­lo­gi­schen) Bedürf­nis­se nach einer „stren­gen Hand” von Kin­dern bezie­he.

Der Unter­schied zwi­schen Psych­ia­trie und Psy­cho­lo­gie erscheint mir wesent­li­ch: „Psych­ia­ter: Ein Arzt mit einer Zusatz­aus­bil­dung zum Fach­arzt für Psych­ia­trie, sprich eine Per­son, die Medi­zin stu­diert und sich anschlie­ßend ent­spre­chend wei­ter­ge­bil­det hat. Der Unter­schied zum Psy­cho­lo­gen besteht vor allem dar­in, dass Psych­ia­ter, da sie Ärz­te sind, Medi­ka­men­te ver­schrei­ben und ver­ab­rei­chen kön­nen, was ein Psy­cho­lo­ge nicht darf. Außer­dem ist viel­leicht noch wich­tig zu wis­sen, dass Psy­cho­lo­gie die Leh­re von NORMALEN see­li­schen Vor­gän­gen ist, wäh­rend Psych­ia­trie sich mit krank­haf­ten Vor­gän­gen beschäf­tigt.” Quel­le: Medi-Learn

Der auto­ri­tä­ren Erzie­hung von Win­ter­hoff steht bei­spiels­wei­se die wert­schät­zen­de des Dänen Jesper Juul vom Fami­ly­lab ent­ge­gen oder aber auch der Ansatz von M. Rosen­berg und der „Gewalt­rei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on (GFK)”. Wo liegt viel­leicht ein prak­ti­scher Unter­schied zwi­schen dem Ansatz von Win­ter­hoff und dem von Juul? Auto­ri­tä­re Erzie­hung ist ein­fach umzu­set­zen, und die Erwach­se­nen erspa­ren sich im Umgang mit den Kin­dern viel Zeit. Bezie­hungs­ar­beit, wie bei Juul, ist ins­ge­samt sehr viel zeit­auf­wän­di­ger. Wert­schät­zen­de Erzie­hung, „Bezie­hungs­ar­beit”, soll­te aber nicht mit „Lais­sez-fai­re” ver­wech­selt wer­den!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:
Eine Fra­ge des Respekts

Jetzt bin ich doch tat­säch­li­ch von dem Arti­kel Hövels über Win­ter­hoff zu zwei Arti­keln über Juul gelangt. Das war nicht geplant! 🙂

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