Mathe macht glücklich

Mathe­ma­tik ist eines der schlimms­ten Fächer für sehr vie­le Schü­ler. Ein Grund ist sicher­lich der, dass es mit „stu­pi­dem Rech­nen” asso­zi­iert wird und sel­ten einen für den Schü­ler erkenn­ba­ren Bezug zum eige­nen Leben im Hier und Jetzt hat – ein­mal abge­se­hen von Klas­sen­ar­bei­ten, die lang­fris­tig gese­hen aber ein durch­schnitt­lich begab­tes Kind nur eher schwach moti­vie­ren, intrin­sisch gesteu­ert Mathe­ma­tik zu ler­nen. Pro­fes­sor Beu­tels­pa­cher hat sich zur Auf­ga­be gesetzt, Mathe­ma­tik wie­der zu einem inter­es­san­ten Fach wer­den zu las­sen, an dem die Schü­ler Freu­de haben und ler­nen, ihren Kopf ein­zu­schal­ten bzw. zu den­ken.

„Mathe macht glück­lich” wei­ter­le­sen

Rechnen mit Fingern?

Kin­der, die mit Fin­gern rech­nen, wer­den spä­tes­tens ab der Zahl 100 zu „schlech­ten” vor allem aber sehr lang­sa­men Rech­nern. Gute Rech­ner beherr­schen Ablei­tungs­tech­ni­ken, die alle Kin­der zum Ende des 1. Schul­jah­res ver­in­ner­licht haben soll­ten (müs­sen):

Tauschauf­ga­be: 2 + 7 = 9 denn 7 + 2 = 9
Nach­bar­auf­ga­be: 3 + 4 = 7 denn 3 + 3 = 6
Umkehr­auf­ga­be: 7 – 4 = 3 denn 4 + 3 = 7
deka­di­sche Ana­lo­gie: 13 + 4 = 17 denn 3 + 4 = 7

Wer die­se Tech­ni­ken beherrscht, muss nicht mehr mit Fin­gern rech­nen. Als vor­aus­set­zen­de Fähig­kei­ten gehö­ren dazu, dass das Kind sich im 20er-Raum ori­en­tie­ren kann, eine Vor­stel­lung der Anzah­len auf­ge­baut hat, die Anzah­len im 20er-Raum sofort zei­gen kann und Zah­len in 10er und Einer zer­le­gen kann (14 = 10 + 4).

Auf­bau des Zah­len­raums bis 20 in Punk­ten:

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Die ers­te Rei­he oben stellt die Zah­len bis 10 dar, die zwei­te Rei­he 11 bis 20. Die Zah­len 1 bis 10 und 11 bis 20 sind jeweils in zwei 5er-Päck­chen geglie­dert. Der gan­ze Zah­len­raum ist also in 4 5er-Päck­chen oder 2 10er-Päck­chen auf­ge­teilt. Die­se Päck­chen, also der Auf­bau in 5er und die 10er Päck­chen, sind für das Ver­ständ­nis sehr wich­tig und müs­sen die Kin­der ver­in­ner­licht haben. „Rech­nen mit Fin­gern?” wei­ter­le­sen

Grundlagen für den Rechenlehrgang

Im Fol­gen­den eini­ge wich­ti­ge Grund­la­gen für den begin­nen­den Rechen­lehr­gang:

  • Gegen­stän­de erken­nen, sor­tie­ren, etc.
  • Gegen­stän­de nach Merk­ma­len erken­nen, ver­glei­chen, beschrei­ben, etc.
  • Geo­me­tri­sche Qua­li­täts­be­grif­fe und -bezie­hun­gen benen­nen (dick-dünn, groß-klein, dicker als, höher als etc.)
  • Geo­me­tri­sche Lage­be­zie­hun­gen (links-rechts, oben-unten, vor-hin­ter etc.) erken­nen und ange­ben
  • Geo­me­tri­sche Fol­gen und Mus­ter fort­set­zen
  • Geo­me­tri­sche For­men wie­der­erken­nen, benen­nen
  • Zeit­li­che Rei­hen­fol­gen von Ereig­nis­sen erken­nen
  • Zähl­fä­hig­keit
  • Simul­ta­ne Zahl­auf­fas­sung
  • Auf­fas­sen von Men­gen
  • Men­gen bil­den
  • Zif­fern­kennt­nis
  • Kennt­nis über Zah­len aus der Umwelt

aus: Radatz et al.: Hand­buch für den Mathe­ma­tik­un­ter­richt, 1. Schul­jahr. Han­no­ver, 1996.