Contentfilter für die Schule

Bei uns in der Schu­le dür­fen die Kin­der den PC-Raum jeder­zeit für eige­ne Tex­te oder zur „Recher­che” nut­zen. Dazu kön­nen sie sich auch allein im PC-Raum auf­hal­ten. Wir haben glück­li­cher­wei­se bis­lang an der Schu­le noch nicht die Erfah­rung machen müs­sen, dass Kin­der dies dazu genutzt hät­ten, um sich „anstö­ßi­ge” Inhal­te gegen­sei­tig vor­zu­füh­ren.

Vor eini­gen Jah­ren sprach ich mit der Schul­lei­te­rin dar­über, dass wir für den PC-Raum einen Con­tent­fil­ter ein­rich­ten soll­ten. Das Für und Wider von Fil­tern möch­te hier nicht the­ma­ti­sie­ren. Nach­dem wir uns einig waren, begann ich vor etwa drei Jah­ren nach und nach eine Lis­te mit gesperr­ten Domains in der Fritz­box anzu­le­gen. Eini­ge Zeit spä­ter ergänz­te ich die Lis­te mit dem Safe Search Fil­ter von Goog­le, was aber immer noch sehr vie­le Lücken offen ließ. Vor etwa ein bis zwei Jah­ren rich­te­te ich bei Cis­co auf openDNS ein Kon­to ein, um über deren alter­na­ti­ven Name­ser­ver die dort ange­bo­te­nen Fil­ter­mög­lich­kei­ten zu nut­zen.

Resul­tat: Alle bis­he­ri­gen Fil­ter­ver­su­che erwie­sen sich kurz- und mit­tel­fris­tig als äußerst unbe­frie­di­gend, weil die Fil­ter zu schwach oder zu unge­nau waren. Zusätz­lich lag es mir im Magen, einen DNS zu nut­zen, der nicht auf deut­schem Boden steht.

Vor eini­ger Zeit nun habe ich auf dem Ser­ver im PC-Raum – ein klei­ner Bana­na Pi mit Arm­bi­an – einen pro­fes­sio­nel­len Con­tent­fil­ter auf Basis eines Pro­xy-Ser­vers ein­ge­rich­tet. Die Vor­ge­hens­wei­se beschrei­be ich im wei­te­ren Ver­lauf.

„Con­tent­fil­ter für die Schu­le” wei­ter­le­sen

Raspberry Pi-Netzwerk in der Grundschule [Update]

Compu­ter sind aus den Schu­len von heu­te nicht mehr weg zu den­ken. Wer aller­dings schul­in­tern beauf­tragt ist, zehn oder mehr Rech­ner zu war­ten, die als „Ein­zel­platz­com­pu­ter” ein­ge­rich­tet (wor­den) sind, weiß, dass das sehr zeit­auf­wen­dig ist! Updates ein­spie­len, Pro­ble­me lösen, Soft­ware instal­lie­ren… das alles kann auch bei nur weni­gen Com­pu­tern  läs­tig wer­den. Und ich, der ich mich in der Schu­le um die PCs küm­me­re, bin ja haupt­be­ruf­lich als Leh­rer in der Grund­schu­le tätig und nicht als „IT-Ser­vice­kraft”.

raspi2

Schon seit län­ge­rem war ich daher auf der Suche, wie ich die Com­pu­ter­war­tung ver­ein­fa­chen kann. Die Lösung bot sich im Febru­ar 2015 an, als die Raspber­ry Pi Foun­da­ti­on den neu­en Ein­pla­ti­nen­com­pu­ter Pi 2 ver­öf­fent­lich­te. [Nach­trag: Mitt­ler­wei­le gibt es auch schon den Nach­fol­ger näm­lich den Raspber­ry Pi 3 (schnel­ler 1.2 GHz Pro­zes­sor statt 900 MHz beim Pi 2, WLAN, Blue­tooth etc. zum glei­chen Preis wie der Vor­gän­ger!)]

Vor­tei­le sind:

  • sehr preis­güns­tig (ca. 35–40€ für einen Com­pu­ter bzw. etwa 80€ inklu­si­ve Tas­ta­tur, Maus, SDHC-Kar­te (ab 8GB), Gehäu­se, Netz­teil, Moni­tor­ka­bel + even­tu­ell muss noch ein Moni­tor hin­zu bestellt wer­den)
  • platz­spa­rend (so groß wie eine Ziga­ret­ten­schach­tel, sie­he Fotos unten)
  • laut­los
  • alles Not­wen­di­ge wird voll­au­to­ma­tisch erle­digt
  • war­tungs­arm. Dazu wird das Betriebs­sys­tem – ich nut­ze Raspbi­an – ein­mal gründ­lich und ordent­lich ein­ge­rich­tet. Anschlie­ßend wird ein Back­up des Sys­tems ange­fer­tigt und die­ses dann auf alle ande­ren SDHC-Kar­ten kopiert. Fer­tig! Soll­te ein­mal ein Raspi (Abk. für Raspber­ry Pi) nicht mehr star­ten oder sons­ti­ge Pro­ble­me haben, genügt es, das erstell­te Back­up (Image) wie­der auf die SDHC-Kar­te zu spie­len und in den Raspi ein­zu­le­gen, was ins­ge­samt nur ein paar Minu­ten dau­ert. Da von den Kin­dern erstell­te Doku­men­te auf einem Ser­ver gespei­chert wer­den, muss man sich um beson­de­re Daten auf dem Raspi nicht mehr wei­ter küm­mern.

„Raspber­ry Pi-Netz­werk in der Grund­schu­le [Update]” wei­ter­le­sen

Computer in der Grundschule

Mein ers­ter Com­pu­ter, ja, das ist schon lan­ge her! Es war der Com­mo­do­re 16, den ich mir damals von mei­nem erspar­ten Geld für 150 DM gekauft habe. Genau die­ser C-16 war 1985 der ers­te jemals von Aldi ver­kauf­te Com­pu­ter. Ich erin­ne­re mich noch sehr genau dar­an, dass dem Com­pu­ter eine Data­set­te bei­lag! Wow! 😀 Etwas spä­ter spiel­te und arbei­te­te ich mit einem C-64 und dem Ata­ri 520ST. Nach meh­re­ren Jah­ren ohne Com­pu­ter und einer neu­en Frei­zeit­be­schäf­ti­gung folg­te 1998 dann der ers­te „moder­ne” PC mit Win­dows. Zur glei­chen Zeit etwa stieß ich auf die Idee von Open Source, was mich zu Linux führ­te. Nur weni­ge Jah­re spä­ter kehr­te ich Win­dows den Rücken und wech­sel­te ganz zu Linux. Seit­dem nut­ze ich pri­vat abwech­selnd ver­schie­de­ne Linux-Dis­tri­bu­tio­nen. Ich den­ke also, dass ich über eine recht lan­ge Erfah­rung mit diver­sen Com­pu­tern ver­fü­ge und das nahe­zu „von Kin­des­bei­nen an”.

Im Arti­kel Vor­sicht Bild­schirm, Kin­der! habe ich von einer Ver­an­stal­tung mit Man­fred Spit­zer berich­tet, die ich kürz­lich besucht habe. Wäh­rend des Vor­tra­ges muss­te ich häu­fig an mei­ne Erfah­run­gen aus dem Unter­richts­all­tag und vor allem der Com­pu­ter-AG den­ken. So erzähl­te Spit­zer u.a.:

  1. Such­ma­schi­nen sind für Kin­der unge­eig­net. Gezielt suchen kann nur der­je­ni­ge, der schon viel über ein The­ma weiß.
  2. Com­pu­ter ver­lei­ten zum Dad­deln.
  3. Mit der Hand zu schrei­ben, för­de­re das Den­ken.

„Com­pu­ter in der Grund­schu­le” wei­ter­le­sen

Lernen quo vadis? (II)

Der indi­sche Lern­for­scher Suga­ta Mitra prä­sen­tiert in einem Vor­trag auf der TED-Kon­fe­renz im Juli 2010 zukunfts­wei­sen­de For­schungs­er­geb­nis­se zum selbst­or­ga­ni­sier­ten Ler­nen von Kin­dern.

Bit­te kli­cken Sie im Video auf VIEW SUBTITLES und dann auf GERMAN, um einen deut­schen Unter­ti­tel ein­zu­blen­den.

Edu­ca­ti­on is a self orga­ni­zing sys­tem, whe­re learning is an emer­gent phe­no­me­non.”

Ein aus­führ­li­cher und hoch­in­ter­es­san­ter Arti­kel fin­det sich bei Lisa Rosa mit dem Titel Ler­nen ist ein selbst­or­ga­ni­sie­ren­des Sys­tem (unter­halb des Arti­kels unbe­dingt auch die Kom­men­ta­re lesen und viel­leicht selbst was dazu schrei­ben). Wel­che Rol­le hat über­haupt noch der Leh­rer in einem der­ar­ti­gen, offen­sicht­lich hoch effek­ti­ven Lern­set­ting, das auch ohne Leh­rer funk­tio­niert? (sie­he u.a. die Kom­men­ta­re zu Lisa Rosas Arti­kel)

Auch Karheinz Pape ver­weist im Arti­kel Edu­ca­ti­on ist ein selbst­or­ga­ni­sie­ren­des Sys­tem auf den Vor­trag von Mitra und stellt die Fra­ge: „Wenn Ler­nen so wenig Anlei­tung braucht, dann müs­sen wir uns natür­lich fra­gen, war­um wir uns so viel Mühe geben, mit dem sys­te­ma­ti­schen Aus­ar­bei­ten zum Bei­spiel von Trai­nings-Maß­nah­men.”

Wei­te­re Vide­os von Mitra kön­nen auf der Web­sei­te von TED ange­se­hen wer­den.