Ameisenbüchlein

cg_salzmann
C.G. Salz­mann

Gute 200 Jah­re ist es jetzt her, als Chris­ti­an Gott­hilf Salz­mann (1744–1811) 1806 sein Amei­sen­büch­lein ver­öf­fent­lich­te. In die­sem äußert er sich dar­über, dass es zwar Bücher über die Erzie­hung von Kin­dern gäbe, aber kei­ne, die die Erzie­her selbst erzö­gen. So heißt denn sein Werk auch voll­stän­dig:

Amei­sen­büch­lein, oder Anwei­sung zu einer ver­nünf­ti­gen Erzie­hung der Erzie­her”

Vie­le der dar­in geäu­ßer­ten Gedan­ken haben mehr als 200 Jah­re spä­ter an Aktua­li­tät nichts ver­lo­ren!

Ich erin­ne­re mich dar­an, dass mir C.G. Salz­mann Ende der 90er Jah­re an der Uni als einer der ers­ten Päd­ago­gen vor­ge­stellt wur­de, der im deutsch­spra­chi­gen Raum die Erzie­her zur kri­ti­schen Selbst­re­fle­xi­on ermahn­te.

Ein paar Aus­zü­ge aus dem Amei­sen­büch­lein / Down­load des Buches unten:

Ich set­ze es als bekannt vor­aus, daß der Grund von den Feh­lern der Zög­lin­ge wirk­lich oft in den Erzie­hern lie­ge. … Sei auf­rich­tig gegen dich selbst und geste­he dir ein, daß du selbst an dem schuld sein KANNST, was du an dei­nen Zög­lin­gen tadelst. Sage nicht, ich bin mir doch bewußt, daß ich mei­ne Pflich­ten red­lich erfül­le. Dies kann wohl sein, aber viel­leicht ver­stehst du noch nicht recht, die Kin­der zu behan­deln.
„Amei­sen­büch­lein” wei­ter­le­sen

Ich kämpfe täglich mit deutschen Müttern!

[UPDATE] 29. April 2012:
Inter­view mit Jesper Juul: Deut­sche Eltern sind sehr gestresst.

Bereits ver­gan­ge­nes Jahr ver­wies ich auf ein Inter­view mit dem Fami­li­en­the­ra­peu­ten Jesper Juul. Da ich es auch mit Abstand betrach­tet immer noch als eines der wert­volls­ten Gesprä­che hal­te, die ich in den letz­ten Jah­ren las, will ich an die­ser Stel­le noch­mals dar­auf hin­wei­sen.

Eini­ge Aus­zü­ge:

Wave with this hands!

Wave with this hands…” Dabei kann ich mir ein brei­tes Grin­sen nicht ver­knei­fen! 😉 Das Häs­chen-Zei­chen kann ich auch schon. 🙂

Die Aus­sa­ge, dass das alles so unau­then­tisch sei, kann ich durch­aus nach­voll­zie­hen. Ich bin zwei­spra­chig auf­ge­wach­sen und mir fällt es bis heu­te(!) sehr schwer, mit mei­ner Mut­ter auf deutsch zu spre­chen, obwohl sie es flie­ßend spricht. Es fühlt sich für mich ein­fach nicht echt an!