Erfahrungen mit „Kann das stimmen?”

Vor eini­gen Wochen schrieb ich im Arti­kel „Kann das stim­men?” davon, dass ich mit Hil­fe von Fer­mi-Auf­ga­ben, die Kin­der in mei­ner Klas­se für Mathe-Vor­trä­ge begeis­tern woll­te. Mehr als zwei Mona­te sind jetzt ver­gan­gen und ich muss sagen, dass ich sehr froh dar­über bin, wie gut die Fer­mi-Fra­gen ange­nom­men wer­den. Mitt­ler­wei­le wur­den schon sehr vie­le Vor­trä­ge gehal­ten. In der Zwi­schen­zeit hat es sich eta­bliert, dass die vor­tra­gen­den Kin­der nicht nur ihren Lösungs­weg prä­sen­tie­ren, son­dern ihre Mit­schü­ler ein­be­zie­hen. Es wird die Fra­ge vor­ge­le­sen und die Mit­schü­ler sind auf­ge­for­dert, zunächst eige­ne Lösungs­we­ge aus­zu­pro­bie­ren und zu fin­den. Beson­ders froh bin ich dar­über, dass sich auch schwä­che­re Schü­ler aus­dau­ernd mit den Auf­ga­ben beschäf­ti­gen. Sicher­li­ch brau­chen sie manch­mal den einen oder ande­ren Tipp mehr, wenn sie fra­gen kom­men, als die star­ken Kin­der. Aber das tut der Sache kei­nen Abbruch.

Fer­mi-Auf­ga­ben machen den Kin­dern den Unter­schied zwi­schen Mathe­ma­tik und Rech­nen klar. Land­läu­fig wird aber lei­der das Eine mit dem Ande­ren gleich­ge­setzt. Ich sage ger­ne sinn­ge­mäß:

Immer nur mit Zah­len zu rech­nen – das ist kei­ne Mathe­ma­tik. Das kann doch jeder Taschen­rech­ner bes­ser und schnel­ler als wir. Mathe­ma­tik ist, wenn du mit dei­nem Köpf­chen, Pro­ble­me lösen mus­st, bei denen (auch) Zah­len vor­kom­men kön­nen.” „Erfah­run­gen mit „Kann das stim­men?”” wei­ter­le­sen

Kann das stimmen?

Heu­te brach­te ich die „Fra­gen­box Mathe­ma­tik” für das 3./4. Schul­jahr mit in die Schu­le. Es han­delt sich dabei um 80 Kar­tei­kar­ten vol­ler Auf­ga­ben, die zum mathe­ma­ti­schen Den­ken(!) her­aus­for­dern (vgl. auch Fit für Mathe im All­tag, das ich immer noch regel­mä­ßig nut­ze). Ich bin von den Auf­ga­ben sehr begeis­tert. Im Info­text auf der Web­sei­te des Ver­la­ges heißt es:

Mit der Fra­gen­box Kann das stim­men? wer­den Kin­der ange­lei­tet, Aus­sa­gen auf Ihre Plau­si­bi­li­tät hin zu über­prü­fen. Dies geschieht mit Hil­fe von Ver­glei­chen, Über­schla­gen, Schät­zen und Rech­nen. 500 Kilo­me­ter Schul­weg in der Grund­schul­zeit, 1 000 Stun­den mit Freun­din­nen und Freun­den pro Jahr und bereits 10 000 But­ter­bro­te geges­sen. – Kann das stim­men? Eine nicht nur für Grund­schul­kin­der span­nen­de Fra­ge. Doch wie sol­len Kin­der dar­auf eine Ant­wort fin­den? Auch wenn kei­ne genau­en Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen, kann man mit sinn­vol­len Annah­men geschickt vor­ge­hen. Pro­bie­ren, Ver­mu­ten, Mes­sen, Über­schla­gen, Rech­nen und Nach­den­ken hel­fen, sol­ch schwie­ri­ge Fer­mi-Pro­ble­me zu lösen.”

Eine geschätz­te Kol­le­gin setzt die Kar­tei­kar­ten ein, wenn sie ein­mal wöchent­li­ch mit sog. hoch­be­gab­ten Kin­dern arbei­tet. Ich bin sehr gespannt, wel­che Wege und Lösun­gen auch Nor­mal­be­gab­te fin­den und wie sie mit die­sen Auf­ga­ben zurecht kom­men. Mei­ne Idee ist es der­zeit, den Kin­dern die Auf­ga­ben für ihre Mathe­vor­trä­ge anzu­bie­ten, aber auch ein­fach so, wenn sie sich für die­se Auf­ga­ben inter­es­sie­ren soll­ten.

Wei­te­re Infos mit Lese­pro­be: Fra­gen­box Mathe­ma­tik – Kann das stim­men? ca. 30 Euro.
Ein Kol­le­ge wies mich dar­auf hin, dass es die Fer­mi-Box auch für die Klas­sen 5–10 gibt.

Knobelaufgaben

In die­sem Arti­kel befin­den sich alle Auf­ga­ben, die ich bei mir in der drit­ten Klas­sen­stu­fe vor­ge­stellt habe. Die Auf­ga­ben wer­den in einem klei­nen DIN A5-Heft gelöst. Das Wich­tigs­te ist dabei, dass der Lösungs­weg ganz gen­au erklärt  bzw. auf­ge­schrie­ben wird. (wei­te­re Infos im Arti­kel Mathe­ma­tik ist mehr als Rech­nen)

Aufgabe 7

Beim Wür­fel­spiel hat Lea neu­li­ch sechs­mal hin­ter­ein­an­der gewür­felt. Dabei hat­te sie jedes Mal eine ande­re Augen­zahl. Die bei­den ers­ten Wür­fe erga­ben zusam­men 9 Augen, der drit­te und der vier­te Wurf zusam­men 8 Augen. Wel­ches waren die Augen­zah­len ihrer bei­den letz­ten Wür­fe?

Quel­le: Kän­gu­ru der Mathe­ma­tik, eine Auf­ga­be aus dem Jahr 2006

Aufgabe 6

Das hier wird die Auf­ga­be für die kom­men­de Woche: Die Hen­nen von Maja und Susi (ent­wi­ckelt von zwei Mäd­chen aus einer 5. Klas­se)

„Kno­be­lauf­ga­ben” wei­ter­le­sen

Fit für Mathe im Alltag

Heu­te möch­te ich Kopier­vor­la­gen vor­stel­len. Sie hei­ßen „Fit für Mathe im All­tag” aus dem Auer Ver­lag. Ich ver­wen­de die­se Arbeits­blät­ter seit meh­re­ren Mona­ten ein­mal wöchent­li­ch im Unter­richt. Eine Dop­pel­sei­te ist bei mir ide­al für ca. 60 Minu­ten und län­ger geeig­net.

Wie der Name schon sagt, geht es hier um kom­ple­xe Auf­ga­ben aus dem All­tag. Das Lese­ver­ständ­nis wird sehr auf die Pro­be gestellt und geübt. Gefor­dert wird vor allem das mathe­ma­ti­sche Ver­ständ­nis der Kin­der. Es geht nicht dar­um, stu­pi­de ein­fach nur Rechen­auf­ga­ben zu lösen! Es zeigt sich bei die­sen Auf­ga­ben­ty­pen sehr schnell, wel­che Kin­der bereits gut sinn­ent­neh­mend lesen und mathe­ma­ti­sch kom­plex den­ken kön­nen. Das arith­me­ti­sche Leis­tungs­ni­veau eines Kin­des ent­schei­det nicht zwangs­läu­fig dar­über, ob es die Auf­ga­ben bewäl­ti­gen kann. Schnel­le und lang­sa­me Rech­ner begeg­nen sich nahe­zu auf Augen­hö­he. Aller­dings benö­ti­gen Schü­ler mit einem gerin­gen Sprach­wort­schatz unbe­dingt Unter­stüt­zung, da sie die Kom­ple­xi­tät der Auf­ga­ben mei­ner Erfah­rung nach oft­mals über­for­dert.

„Fit für Mathe im All­tag” wei­ter­le­sen