Mathematische Lerngespräche

Gestern lei­te­te ich mit einem Kol­le­gen einen Work­shop für Leh­rer im Rah­men einer Fach­ta­gung an der Uni Koblenz. Wir zeig­ten Videos aus „mei­ner” Klas­se bzw. von Gesprä­chen, die ich mit Kin­dern regel­mä­ßig über mathe­ma­ti­sche The­men füh­re. Den Teil­neh­mern teil­ten wir am Ende fol­gen­de Zusam­men­fas­sung aus:

Lern­ge­sprä­che stel­len eine mög­li­che Form der Leh­rer-Schü­ler-Inter­ak­ti­on dar. Für Leh­ren­de kön­nen sie ein Mit­tel zur genau­en Dia­gno­se des Lern­stan­des eines Schü­lers sein. Dabei initi­ie­ren sie Sprach­an­läs­se, bei denen die Schü­ler ihre Lern- und Denk­we­ge arti­ku­lie­ren. Nicht das rich­ti­ge Ergeb­nis steht hier im Mit­tel­punkt, son­dern der Lösungs­weg: „Ich will ver­ste­hen, wie du rech­nest.“ Das Poten­zi­al von Lern­ge­sprä­chen liegt aus der Leh­rer­per­spek­ti­ve u.a. dar­in, dass sie lang­fris­tig die Dia­gno­se­kom­pe­tenz ver­bes­sern hel­fen, da sie zur fach­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit den Lern­hür­den der Kin­der auf­for­dern. Lern­ge­sprä­che kön­nen damit auch dazu bei­tra­gen, indi­vi­du­el­le För­der­plä­ne prä­zi­se auf­zu­stel­len.

„Mathe­ma­ti­sche Lern­ge­sprä­che” wei­ter­le­sen

Lesekompetenz – was hilft?

Lesen übt man durch Lesen. So weit sind sich wohl alle einig. Aber wie soll­te das Lesen geübt wer­den, damit es sich auf die Lese­flüs­sig­keit aus­wirkt?

In einer Inter­ven­ti­ons­stu­die mit 6. Kläss­lern wur­den hier­zu die bei­den Metho­den Laut­le­se-Tan­dem und das Viel­le­sen mit­ein­an­der ver­gli­chen. Es stell­te sich her­aus, dass das Lesen weni­ger dadurch ver­bes­sert wird, dass schwä­che­re Leser für sich „viel” lesen, son­dern wenn sie sich mit guten Lesern zu einem sog. Lese-Tan­dem zusam­men­schlie­ßen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den Lese-Tan­dems im Arti­kel: Wenn das Lesen noch immer stockt 

Prä­sen­ta­ti­on: Lese­flüs­sig­keit för­dern

Was ist „direkte Instruktion” bei Hattie?

In der sog. Hat­tie-Stu­die kris­tal­li­sier­te sich in 138 unter­such­ten Fak­to­ren die direk­te Instruk­ti­on (direct instruc­tion) als ein Fak­tor für lern­wirk­sa­men Unter­richt her­aus. In deut­schen Medi­en und bedau­erns­wer­ter­wei­se auch in päd­ago­gi­schen Krei­sen wur­de das vor­schnell mit der Unter­richts­me­tho­de „Fron­tal­un­ter­richt” über­setzt. Fron­tal­un­ter­richt und direk­te Instruk­ti­on sind aber nicht das Glei­che!

Too often, what the cri­tics mean by direct instruc­tion is didac­tic teacher-led tal­king from the front: this should not be con­fu­sed with the very suc­cess­ful “Direct Instruc­tion” method as first out­line by Adams and Engel­mann (1996). (Hat­tie)

Hat­tie kri­ti­siert, dass sei­ne Stu­die dazu genutzt wur­de, um über Unter­richts­me­tho­den zu dis­ku­tie­ren und dar­über, wel­che Unter­richts­me­tho­de bes­ser sei. Die 138 Fak­to­ren in sei­ner Unter­su­chung stün­den aber in einer Wech­sel­wir­kung zuein­an­der. Es rei­che also nicht aus, ein­fach an einer Schrau­be zu dre­hen, damit Unter­richt bes­ser wer­de! Hat­tie ver­misst in den Leh­rer­zim­mern einen kol­le­gia­len Aus­tau­sch über die Wir­kun­gen des eige­nen Leh­rer­han­delns. Dies gelän­ge u.a. durch Refle­xi­on und Super­vi­si­on (Hos­pi­ta­ti­on). Sein Anlie­gen ist also: „Teachers, know your impact!”

„Was ist „direk­te Instruk­ti­on” bei Hat­tie?” wei­ter­le­sen

Lernen mit den Augen von Schülern sehen

John Hat­tie, der in den letz­ten Jah­ren mit sei­ner gro­ßen Meta-Stu­die über Unter­richt sehr bekannt wur­de, war am 15. Novem­ber 2013 zu einer Tagung in der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung in Ber­lin ein­ge­la­den. Hier spricht er in ca. 40 Minu­ten über die Ergeb­nis­se sei­ner Unter­su­chung. Vie­len Dank an die stu­den­ti­sche Intia­ti­ve Krei­destaub, dass ihr euch dafür ein­ge­setzt habt, die­sen Vor­trag ins Netz zu bekom­men.

Hat­ties zen­tra­les Anlie­gen ist (ab 16.35 min):

„Ler­nen mit den Augen von Schü­lern sehen” wei­ter­le­sen