Ursachen für Lese- und Rechtschreibstörungen

Wenn ein Kind sich in den ers­ten zwei Schul­jah­ren beim Lesen und Schrei­ben schwer tut, kann das für alle Betei­lig­te – Kind, Eltern, Leh­rer – sehr belas­tend sein. Umso wich­ti­ger ist es, die Ursa­chen für die Lern­schwie­rig­kei­ten zu erken­nen (Dia­gno­se), um dar­auf auf­bau­end eine pas­sen­de För­de­rung zu ermög­li­chen (Inter­ven­ti­on) (vgl. das Prin­zip des → evi­denz­ba­sier­ten Ler­nens bei Hat­tie).

Eine tref­fen­de Dia­gno­se und die ange­mes­se­ne Inter­ven­ti­on – im Ide­al­fall durch Schu­le, Eltern und exter­nen Fach­leu­ten – bedeu­tet nicht zwangs­läu­fig, dass das betref­fen­de Kind nun rasend schnell schrei­ben und lesen ler­nen wird. Auch jetzt kann es noch so sein, dass die Lern­er­fol­ge sich nur in ver­gleichs­wei­se klei­nen Schrit­ten zei­gen.

Man­che Fak­to­ren, die eine Lese- und Recht­schreib­stö­rung (LRS) bedin­gen, kön­nen von Leh­rern bes­ser dia­gnos­ti­ziert und „behan­delt” wer­den als ande­re. Im Fol­gen­den lis­te ich zunächst bis­her bekann­te Fak­to­ren (Risi­ko­fak­to­ren) auf, die eine LRS begüns­ti­gen:

„Ursa­chen für Lese- und Recht­schreib­stö­run­gen” wei­ter­le­sen

Rechtschreibung in Klasse 3

Wie der Recht­schreib­un­ter­richt in Klas­se 1 / 2 bei mir aus­sah bzw. wor­auf ich fach­lich die Schwer­punk­te leg­te, habe ich in eini­gen kür­ze­ren Arti­keln immer wie­der ange­deu­tet. Die Eck­pfei­ler waren:

Seit dem 3. Schul­jahr wur­den und wer­den regel­mä­ßig Ver­ben „kon­ju­giert”, um den Kin­dern den „Wort­stamm” bzw. Mor­ph­em­prin­zip immer wie­der zu ver­deut­li­chen (sie­he Prin­zi­pi­en der dt. Recht­schrei­bung). Auch die „Adjek­ti­ve” kamen nun als neue Wort­art hin­zu etc. Bei der Kor­rek­tur von Kin­der­tex­ten neh­me ich nun zuneh­mend die Ortho­gra­phe­me in den Blick.

Im zwei­ten Halb­jahr von Klas­se 3 habe ich für jedes Kind eine eige­ne „lachen­de Lern­kar­tei in DIN A8 ange­schafft. Die­se Kar­tei­box kann ich aus eige­ner Erfah­rung sehr emp­feh­len. Sie ist preis­wert, äußerst robust – soll­te ein Schul­le­ben lang hal­ten -, ist pro­blem­los zu hand­ha­ben und kommt in schö­nen Far­ben daher (Auch wenn es so klin­gen mag, es soll­te kei­ne Wer­bung sein!).

Zu den Kar­tei­bo­xen habe ich auch noch pas­sen­de Kar­tei­kar­ten – über eBay – bestellt „Kar­tei­kar­ten DIN A8 far­big bunt beid­sei­tig liniert für Kar­tei­kas­ten”, die in vier Far­ben rot/grün/blau/gelb gelie­fert wer­den.

„Recht­schrei­bung in Klas­se 3” wei­ter­le­sen

Groß- und Kleinschreibung

Ein paar Bei­spie­le dafür, wes­halb im Deut­schen Satz­zei­chen und Groß- und Klein­schrei­bung wich­tig sind. Oder wäre es bes­ser, alles klein zu schrei­ben und beim Lesen stär­ker auf den Kon­text zu ach­ten? In ande­ren Län­dern geht das zumin­dest auch so.

Wir essen jetzt Opa!
Wir essen jetzt, Opa!

Vor dem Fens­ter sah sie den gelieb­ten Rasen.
Vor dem Fens­ter sah sie den Gelieb­ten rasen.

Der gefan­ge­ne Floh…
Der Gefan­ge­ne floh…

Er ver­wei­ger­te Spei­se und Trank.
Er ver­wei­ger­te Spei­se und trank.

Er hat in Dres­den lie­be Genos­sen.
Er hat in Dres­den Lie­be genos­sen.

Der Jun­ge sieht dir unge­heu­er ähn­lich!
Der Jun­ge sieht dir Unge­heu­er ähn­lich!

Wäre er doch nur Dich­ter gewor­den.
Wäre er doch nur dich­ter gewor­den.

Wir lie­ben dich bis Sonn­tag, dei­ne Eltern.
Wir lie­ben dich – bis Sonn­tag, dei­ne Eltern.

Wie kann Schriftspracherwerb gelingen?

Auf einer Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft für Lesen und Schrei­ben hielt Frau Prof. Dr. Agi Schrün­der-Len­zen von der Uni­ver­si­tät Pots­dam einen Vor­trag mit dem The­ma:

Down­load: Wie kann Schrift­sprach­er­werb gelin­gen? Ein kri­ti­scher Blick auf aktu­el­le didak­ti­sche Ansät­ze

Ange­spro­chen wer­den in drei gro­ßen Kapi­teln fol­gen­de The­men:

  • War­um ein kri­ti­scher Blick? (u.a. Lesen durch Schrei­ben)
  • Sind Fibeln die bes­se­re Alter­na­ti­ve?
  • Gelin­gens­be­din­gun­gen des Schrift­sprach­er­werbs: Anlaut­ta­bel­len? – Sprach­för­de­rung – Frei­es Schrei­ben?

Erwähnt und emp­foh­len sei an die­ser Stel­le auch ein vor weni­gen Tagen erschie­ne­nes Pos­ter namens Die Lau­te des Deut­schen. Hier wer­den alle beson­ders häu­fi­gen Lau­te (= Basis­gra­phe­me) in einer über­sicht­li­chen Tabel­le dar­ge­stellt.

Zuletzt sei noch auf die Direk­te Hin­füh­rung zur Buch­sta­ben­schrift ver­wie­sen, die in der Prä­sen­ta­ti­on erwähnt wird.