Nur die Besten?

Neu­li­ch sag­te eine älte­re Schul­lei­te­rin einer För­der­schu­le zu einer befreun­de­ten Kol­le­gin, als sie sich über ange­hen­de Grund­schul­leh­rer unter­hiel­ten:

Ich war schon immer der Mei­nung, dass in die Grund­schu­len nur die bes­ten Leh­rer gehö­ren und nicht das brei­te Mit­tel­maß. Bei älte­ren Schü­lern hin­ter­las­sen schwa­che Kol­le­gen viel weni­ger Scha­den.

Ist das arro­gant von der Schul­lei­te­rin? Ich fin­de nicht (mehr). Seit­dem ich neben­be­ruf­li­ch an der Uni Semi­na­re für ange­hen­de Grund­schul­leh­re­rin­nen und –leh­rer gebe, kann ich dem auf­wän­di­gen Aus­wahl­ver­fah­ren für das Lehr­amts­stu­di­um in Finn­land viel abge­win­nen.

Papst Franziskus über Erziehung

Radio Vati­kan: „Erzie­hen ist wie eine Waa­ge, man wägt gut die Schrit­te ab. Ein Fuß fest auf siche­rem Boden, aber der ande­re in ris­kan­tes Gebiet gesetzt. Wenn die­ser dann Sicher­heit fin­det, geht der ers­te Fuß in ris­kan­tes Gebiet. Man kann nicht nur auf dem Gebiet der Sicher­heit erzie­hen. Das heißt zu ver­hin­dern, dass die Men­schen wach­sen. Man kann aber auch nicht nur im Risi­ko sein, es braucht das Gleich­ge­wicht der Schrit­te. Ich möch­te euch, lie­be Erzie­her, ermu­ti­gen, neue For­men der Erzie­hung zu fin­den, die nicht kon­ven­tio­nell sind, an die Not­wen­dig­kei­ten von Ort, Zeit und Men­schen ange­passt. (…) Immer wei­ter gehen und sich mit den kon­ven­tio­nel­len Din­gen nicht zufrie­den geben. Dazu ermu­ti­ge ich euch.“ (Papst Fran­zis­kus, Novem­ber 2013)

Ich hät­te mir die lebens­na­he Weit­sicht des Paps­tes auch bei sei­nen Vor­gän­gern gewünscht. 

Quel­le: Papst Fran­zis­kus trifft Jesui­ten­schü­ler: „Erzie­hen ist kein Beruf, son­dern eine Hal­tung“

Intelligenz ist verschieden

Dies eine dürf­te kei­nem Zwei­fel mehr begeg­nen, dass wir unter allen Umstän­den die For­de­rung der gleich­mä­ßi­gen För­de­rung auf­ge­ben müs­sen, und daß wir an ihre Stel­le die For­de­rung der höchst­mög­li­chen För­de­rung jeder ein­zel­nen Bega­bung zu set­zen haben.

Küh­nel, J.: Neu­bau des Rechen­un­ter­richts. 1954. Quel­le: Ein alter­na­ti­ver Ansatz zur Förde­rung ‘rechen­schwa­cher’ Kin­der (Sei­te 8)

„Intel­li­genz ist ver­schie­den” wei­ter­le­sen

Danke, Jürgen Klopp!

Ich glau­be nicht dar­an, dass die Angst vorm Ver­lie­ren, dich eher zum Sie­ger macht als die Lust auf Gewin­nen. Und die Lust auf Gewin­nen ist das, um was es geht. Das weckt die Gier in dir. Das macht dich aus. Das lässt dich leicht lau­fen. Das lässt dich über dei­ne eige­nen Mög­lich­kei­ten hin­aus­wach­sen. Das macht dich beson­ders stark. Und die­se Lust auf Gewin­nen, die tobt in mir!

Quel­le: aktu­el­ler Wer­be­spot zur EM 2012

Jür­gen Klopp wird mit sei­nem posi­ti­ven Bli­ck auf den Men­schen und sei­ne Spie­ler ganz sicher eine grö­ße­re Brei­ten­wir­kung haben als alle Neu­ro­bio­lo­gen mit den neu­es­ten Erkennt­nis­sen zusam­men! Ich wür­de mir sehr wün­schen, wenn er uns in Deutsch­land als Trai­ner noch vie­le Jah­re erhal­ten bleibt. Denn mit sei­ner(!) Hal­tung ver­än­dert er fest­ge­fah­re­ne Vor­stel­lun­gen!

Ich glau­be nicht dar­an, dass die Angst vor schlech­ten Noten und Druck, einen Schü­ler eher zum Ler­nen antreibt als die Lust am Ler­nen. Und die Lust am Ler­nen ist das, um was es geht. Das weckt die Neu­gier in dir. Das macht dich aus. Das lässt dich leicht ler­nen. Das lässt dich über dich hin­aus­wach­sen. Das macht dich stark. Und die­se Lust am indi­vi­du­el­len Ler­nen, die tobt in mir! (Marek Bre­u­ning, Autor von Skol­net)