Was zeigt mir die Hattie-Studie?

Prof. Dr. Klaus Zie­rer, einer der bei­den Über­set­zer, stellt die Hat­tie-Stu­die in ca. 30 Minu­ten vor. Dabei geht er auf drei Kern­bot­schaf­ten ein:

  1. Ver­än­der­te Struk­tu­ren allei­ne wir­ken wenig. Die Chan­cen, die in ver­än­der­ten Struk­tu­ren lägen, müss­ten erkannt und dann aktiv genutzt wer­den (offe­ner Unter­richt, Klas­sen­grö­ße etc.). Daher müs­sen Leh­rer bei Ver­än­de­run­gen immer ein­ge­bun­den und mit­ge­nom­men wer­den!
  2. Von der Erfah­rung zur Exper­ti­se. Was unter­schei­det die lern­wirk­sa­men von den „schwa­chen” Leh­rern? Denn Erfah­rung allei­ne rei­che nicht, wie die Hat­tie-Stu­die zei­ge. (sie­he unten)
  3. Die Hal­tun­gen von Leh­rern gegen­über sich selbst und den Schü­lern bil­den den Kitt im didak­ti­schen Drei­eck „Leh­rer-Stoff-Schü­ler”. Sie sei­en grund­le­gend für den Lern­er­folg der Schü­ler! (sie­he auch: Mind­frames bei Hat­tie)

Zie­rer ab 22,30 min sinn­ge­mäß:

Die Leh­rer­bil­dung in Deutsch­land ver­sagt an der Refle­xi­on und Ent­wick­lung der Hal­tun­gen bei den ange­hen­den Leh­rern. Leh­rer­bil­dung ver­mit­telt Kom­pe­ten­zen, aber die Men­schen wer­den nicht an ihrem Cha­rak­ter und am Her­zen ange­packt.

Hinweise zum Vortrag

  • Her­aus­for­de­run­gen set­zen, die 1+ Stra­te­gie: Leh­rer müs­sen Zie­le haben und sich die­ser bewusst sein. Damit sind nicht die lang­fris­ti­gen Zie­le aus den Lehr­plä­nen gemeint, son­dern im Hin­blick auf die Ober­flä­chen- und Tief­en­ebe­ne des Stoffs und in Bezug auf den Ler­nen­den (Dif­fe­ren­zie­rung). Zie­rer zeigt, dass erfah­re­ne Leh­rer meist auf der „Wer-wird-Millionär”-Stufe (Ober­flä­chen­ebe­ne) ver­blei­ben, kei­ne / weni­ge Her­aus­for­de­run­gen set­zen und nicht in die Tief­en­ebe­ne vor­drin­gen. (ab ca. 24. Minu­te )
  • Ler­nen ist har­te Arbeit: Vom Erklä­ren allei­ne lernt man nichts. Es müs­se viel­fäl­tig, her­aus­for­dernd und regel­mä­ßig geübt wer­den.  (ab ca. 26. Minu­te)
  • Posi­ti­ve Bezie­hun­gen zu den Ler­nen­den auf­bau­en: Unter­richt braucht Gebor­gen­heit, Ver­trau­en und ganz beson­ders Leh­rer, die den Ler­nen­den etwas ZUTRAUEN(!!). Anm.: Was trau­en SIE, die Leser die­ses Tex­tes, ihren Schü­lern zu? (ab ca. 28. Minu­te)
  • Leh­rer als Eva­lua­tor: Leh­rer stel­len ihre eige­nen Wir­kun­gen infra­ge. „Wenn ich als Leh­rer etwas nicht errei­che, wel­chen Anteil hat­te ich dar­an? Was muss ich ver­än­dern im Hin­blick auf Zie­le, Inhal­te, Metho­den, Medi­en?” (ab ca. 29. Minu­te)
  • Wie sieht lern­wirk­sa­mes Feed­back aus? Die vier Ebe­nen von Feed­back bezie­hen sich auf: 
    1. Lob/Tadel („Das hast du gut gemacht.”)
    2. Auf­ga­ben („Das ist rich­tig, das falsch.”)
    3. Lern­pro­zess („Das musst du noch erle­di­gen, das hast du schon.”)
    4. ABER: Feed­back zur Selbst­re­gu­la­ti­on sei für schu­li­schen Lern­er­folg am wirk­sams­ten (Wo stehst du? Wo musst du noch hin? Was sind dafür die nächs­ten Lern­schrit­te?) (Anm.: Hat­tie bezeich­net die­ses in die Zukunft ori­en­tier­te Feed­back auch als Feed-For­ward) ab ca. 31. Minu­te

Die ers­ten drei Feed­back­for­men fin­de man im Unter­richt häu­fig, die vier­te bedau­erns­wer­ter­wei­se nur äußerst sel­ten. Qua­li­tät müs­se aber vor Quan­ti­tät gehen!

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