Wörter aus Basisgraphemen

Diese Wör­ter­lis­te rich­tet sich vor allem an Kin­der in den Klas­sen­stu­fen 1 und 2. Mehr zum Begriff „Basis­gra­phe­me” befin­det sich im Arti­kel Basis- und Ortho­gra­phe­me. Man­che Wör­ter ent­hal­ten sog. Mini­mal­paa­re, z.B. Fisch – Tisch, die sich zudem in der Lis­te mit Mini­mal­paa­ren wie­der­fin­den. Die­se Lis­te mit den Basis­gra­phe­men wird stän­dig um Wör­ter und wei­te­re Pho­neme (z.B. lan­ges -u, kur­zes -u etc.) erwei­tert wer­den.

In ers­ter Linie kommt es dar­auf an, dass Kin­der in Klas­se 1 nicht ver­ler­nen, die Lau­te dif­fe­ren­ziert zu hören und zu unter­schei­den. Denn das kön­nen sie näm­lich zu Schul­be­ginn. Vie­le Kin­der ver­lie­ren die­se Fähig­keit aber im Lau­fe des 1. Schul­jah­res, wenn sie von Eltern und Leh­rern hören, dass es nur 5 Voka­le gäbe und die­se dann auch noch falsch beto­nen („Ente schreibst du hin­ten mit einem „e”, weil du hörst doch Enteee­e­ee”). Nein, die deut­sche Spra­che besteht aus 19 Voka­len – sie­he Lese­pro­be von ABC und ande­re Irr­tü­mer über Ortho­gra­phie, Sei­te 10: Was Logo­pä­din­nen ler­nen, Leh­rer aber nicht.

Am Anfang sind vor allem sol­che Wör­ter güns­tig, bei denen auf einen Kon­so­nan­ten immer ein Vokal folgt und die­ser zugleich das Sil­ben­en­de bil­det, z.B. So-fa, Bie-ne, ro-sa.

Wör­ter, in denen

  • zwei oder mehr Pho­neme fol­gen, die mit Kon­so­nan­ten geschrie­ben wer­den, z.B. pre-di-gen, oder
  • meh­re­re Pho­neme eine Sil­be bil­den, z.B. Licht, oder
  • am Sil­ben­en­de mit einem Kon­so­nan­ten bzw. Ver­schluss­laut gebil­det wer­den, z.B. Dik-tat,

sind für Schreib­an­fän­ger hin­ge­gen recht sehr schwer. Hier muss jeder selbst den­ken und für sich ent­schei­den, was für einen Schü­ler schon eher geeig­net ist und was ihn noch über­for­dert.

Lis­te zuletzt aktua­li­siert am 7.2.2016

VOKALE

kurzes -i

Vie­len Kin­dern fällt es am schwers­ten das kur­ze -i zu hören. Häu­fig wird es mit dem kur­zen -e ver­wech­selt. Hier braucht es sehr viel Geduld und Übung!

Hörst du ein (kur­zes) -i, schreibst du -i.”

Licht, Milch, Zitro­ne, Pil­ze, Zir­kel, mischen, wischen, Fisch, Wich­tel, Gedicht, Mist, Inter­net, Lin­de, Rin­de, schmin­ken, Tisch, Hil­fe, win­ken, bin­den, fin­den, Film, Kis­te, Pin­sel, frisch, Schrift, Lis­te, hin­ten, Tech­nik, Gesicht, Gewicht, Geschich­te, brin­gen, Schirm / Regen­schirm, sin­gen, imp­fen, Insel, blin­ken, ich – mich – dich, mit, Dik­tat, nicht, Win­del, bis, trin­ken, Minu­te, Mikro­fon, wirk­lich, ordent­lich, deut­lich, wich­ti­ge Kin­der, rich­ti­ge Kin­der, flei­ßi­ge Kin­der, Gift, Kir­che, Kir­sche, Instru­ment, weni­ge, Mini­golf, unsicht­bar, Köni­gin, Stift (*), Spi­nat (*), sprin­gen (*), Win­ter (*), sicher (*), Fin­ger (*), Tisch­ler (*), Stich (*), …

langes -ie

Hörst du ein (lan­ges) -ie, schreibst du -ie.”

Lie­be, Rie­se, lie­gen, Wie­se, Brief, sie­ben, Bie­ne, fies, die­se fie­se Bie­ne, frie­ren, Flie­se, krie­chen, mie­ten, Knie, Brie­se, schmie­ren, schief, schie­len, Die­sel, Schie­nen, schmie­den, rie­seln, rie­chen, nie­sen, nie­seln, rasie­ren, schie­ben, Mie­ze, krie­gen, mon­tie­ren, tief, polie­ren, Melo­die, sie­gen, schmie­ren, nie­mals, spa­zie­ren, Frie­den, Stiel, Tie­re, Radies­chen, Zie­ge, Nie­te, Bier, Ziel, bie­gen, bie­ten, mar­kie­ren, wie­gen, zie­hen (sie­he unten bei -h), flie­gen / Flie­ge, dik­tie­ren, tele­fo­nie­ren, infor­mie­ren, Zwie­bel, krie­gen, Lie­bes­lie­der (*), Kie­fer (*), Fie­ber (*), Schie­fer (*), Lie­der (*), Bei­spiel (*), Pries­ter (*), Sie­ger (*), Spie­gel (*), Stie­fel (*), Unge­zie­fer (*), ver­lie­ren (*), ver­bie­ten (*), wie­der (*), …

langes -o

rot, tot, kno­beln, Oma / Opa, rosa, Rose, Dose, Hose, Oze­an, Ofen, Klo, holen, Dom, Brot, Domi­no, Pfo­te, Foto, Note, Ton, Bote, Scho­ko­la­de, popeln, Monat, Ostern, Auto, Polen, oben, Tele­fon, Sofa, toben, loben, Boden, Strom, oder (*), …

kurzes -o

Dorf, Wort, Onkel, nor­mal, Mor­gen, for­men, oft, fol­gen, Wol­ke, kochen, Woche, Kno­chen, Poli­zei, Loch, noch, Niko­laus, Post, Holz, kos­ten, Osten, Orgel, Knopf, Topf, Kopf, Zopf, Nor­den, ordent­lich, Toch­ter (*), Sport (*), Opfer (*), blond (*), von (*), …

kurzes -u und -au

Bus, um, nur, Luft, kurz, bun­te, Datum, lus­ti­ge, zum, unten, Wur­zel, Wurst, Turm, Wurm, Sturm, Ulmen, Punkt, Hun­de, Strumpf, duf­ten, Jesus, dunkel, Zunge, Hunger, Stun­de, Sekun­de, unge­nau, Busch, Uni­form, umar­men, …
Auto, Maus, Dau­men, aus / auf, schau­en, Sau, Rauch, Radau, bau­en, erlau­ben, klau­en, Raum, kaum, Baum, Braut, laut, blau, Faust, Auf­ga­be, Schaum, Traum, Zaun, Haut, Schrau­be, Pau­se, Hau­fen, Pflau­me, glau­ben, Frau, auch, Schau­fel, schlau, sau­gen, (ein)kaufen, lau­fen, sau­fen, Schlauch, Bauch, Strauch, Mos­kau, Stau (*), …

langes -u

du, dazu, Mut, Bude, Ufo, Tabu, Tuch, Buch, Pudel, Minu­te, gut, tun, Lupe, Kugel, suchen, Uhu, Nudel, hupen, Schu­le, Schu­he, Ruhe, Bube, Beruf, Blu­me, rufen, pup­sen, Kuchen, Zukunft, Kaka­du, super (*), Ufer (*), Bru­der (*)

kurzes -e (Auslaut)

(hin­ten wie bei Ent<e>)

Ente, Lie­be, Ende, Hase, Rose, Säge, Nie­te, Toma­te, Wie­se, Käse, ande­re, Freu­de, Tau­be, Wie­ge, Amei­se, Rau­pe, Blu­me, Tan­te, Sche­re, Pfei­fe, Lam­pe, Sei­fe, Scha­le, Küche, Auf­ga­be, Schrau­be, Far­be, Tüte, Bla­se, Krei­de, dan­ke, Schmin­ke, Eule, Fra­ge, Pflan­ze, Bir­ne, Pflau­me, Schu­le, Schu­he, Dusche, Fich­te, Stra­ße, Bana­ne, Tasche, Wun­de, Minu­te, Stun­de, Sekun­de, Bie­ne, Brie­fe, Stif­te, Die­be, Kreu­ze, Pil­ze, Zwer­ge, Hef­te, Tische, Ruder (*), …

Hin­weis:

a) Vie­le Wör­ter mit kur­zem -e am Ende kön­nen durch die Plu­ral­bil­dung „ent­ste­hen”.

b) Außer­dem bei regel­mä­ßi­gen Ver­ben: 3. Per­son Sin­gu­lar im Prä­te­ri­tum (es kos­te­te, er leuch­te­te, sie war­te­te, es hör­te …)

c) Ver­län­ge­run­gen von Adjek­ti­ven (rich­ti­ge, schwie­ri­ge, wich­ti­ge, stän­di­ge, san­di­ge, durs­ti­ge, muti­ge, gif­ti­ge, wirk­li­che, …)

BESONDERE LAUTVERBINDUNGEN

-scht am Anfang

Hörst du am Anfang ein -scht, schreibst du -st.”

Stift, steif, streng, Stein, Stun­de, strei­chen, Sturm, stol­pern, Stu­te, Stra­fe, stolz, strei­ten, stark, Stie­fel, stei­gen, Strom, Stu­fe, strei­cheln, stö­ren, ste­chen, Strei­fen, Streich, strei­ten, Sta­di­on, Stan­ge, stram­peln, Sta­pel, ster­ben, Strich, Stich, streu­en, Streu­sel, Strumpf, stop­fen, Stern, Sta­chel, Storch, stumpf, …

-schp am Anfang

Hörst du am Anfang ein -schp, schreibst du -sp.”

Spa­ten, Spi­nat, Spru­del, spie­len, Sport, Span­ge, spre­chen, Spra­che, Sprit, Spruch, spa­ren, spu­ken, spren­gen, spen­den, Spie­gel, Sprung, spei­chern, Specht, …

-schp in der Mitte

Bei­spiel, …

-er am Ende

Hörst du am Ende ein (kur­zes) -a, schreibst du -er.”

einer, kei­ner, sei­ner, Fens­ter, Schü­ler, Eimer, Eier, Spie­ler, Zau­be­rer, Lei­ter, Rent­ner, Tau­cher, Kater, wie­der, Rei­ni­ger, unser, sau­ber, Wun­der, Arbei­ter, Ler­ner, Wal­zer, Pflas­ter, Feder, Rasie­rer, Wan­de­rer, Repor­ter, Schie­ber, Spre­cher, Puder, Bru­der, Schwes­ter, Mör­der, Betrü­ger, Sie­ger, Sport­ler, Toch­ter, Kopie­rer, Leser, super, Kalen­der, Win­ter, Musi­ker, Schal­ter, Schul­ter, Fal­ter, Rie­cher (für Nase), Rei­ter, Meis­ter, Fin­ger, Besu­cher, Hams­ter, Besu­cher, Meter, Mie­ter, Feu­er
Stei­ge­rungs­for­men von Adjek­ti­ven, z.B. klei­ner, stär­ker, brei­ter, schö­ner, rei­cher

Plu­ral von vie­len Nomen, z.B. Gespens­ter, Kin­der, Klei­der, Bil­der

AUSGEWÄHLTE LAUTE

-sch am Anfang

scharf, schwer, Schwein, schwach, schwarz, schrei­ben, schrei­en, schwei­gen, Schnup­fen, Schrau­be, Schwert, schau­en, schlei­chen, schrump­fen, schlecht, Schna­bel, schwin­gen, Schnau­ze, schei­nen, schnei­den, Schei­be, Schaf, Schlei­fe, Scheu­ne, Schu­le, Sche­re, Schaum, Schrau­be, Schen­kel, Schleim, schla­fen, schla­gen, Schü­ler (*), Schwes­ter (*), …

-h in der Mitte

sehen, gehen, fle­hen, Ehe­leu­te, zie­hen, nähen, lei­hen, ste­hen, dro­hen, blü­hen, ruhen, dre­hen, sprü­hen, mähen, glü­hen, flie­hen, Rehe, Schu­he, Flö­he, Kühe, näher (*), frü­her (*), …

-ch (wie bei ich)

Beson­ders wich­tig für Kin­der mit lokal gefärb­tem Dia­lekt bei -sch / -ch.

ich, dich, mich, euch, sich, frech, Milch, echt, Wicht, Bereich, wich­ti­ge, rich­ti­ge, gleich, herz­lich, reich / Reich, Frank­reich, Pech, Pfir­sich, Licht, Recht, zeich­nen, Pflicht, Chi­ne­se, Blech, ste­chen, Stich, Teich, Rich­tung, leicht, Geschich­te, wirk­lich, bre­chen, manch­mal, sport­lich, rech­nen, schlei­chen, schlecht, Kir­che, beich­ten, weich, rie­chen, krie­chen, leuch­ten, ordent­lich, Gesicht, Diet­rich, Micha­el, Echo, spre­chen, furcht­bar, Dich­ter (*), sicher (*), Rich­ter (*), Tücher (*), Bücher (*), Mär­chen (*), (* Mäd­chen *), …

-ch (wie bei Buch)

Den Laut <ch> ver­wech­seln man­che Kin­der mit dem gespro­che­nem Laut <r>.
nach, noch, hoch, doch, Buch, Tuch, Sachen, Spra­che, suchen, acht, besu­chen, lachen, Bauch, Schach, Schach­tel, machen, schwach, Kuchen, Dach, Krach, kochen, Kno­chen, Nacht, bewa­chen, rau­chen, Fach, Nach­bar, Woche, Toch­ter, …

-chs

Hörst du ein -x, schreibst du -chs!
Dachs, Büch­se, sechs, Fuchs, Wachs, wech­seln, Ech­se, Lachs, wach­sen, erwach­sen, Lachs, Gewächs, Och­se, Ach­se, …

SCHWIERIGE LAUTKOMBINATIONEN

mit -nk

Geschenk, Bank, blin­ken, schen­ken, Onkel, krank, schlank, dun­kel, den­ken, trin­ken, sin­ken, stin­ken, Schrank, dan­ken, tan­ken, len­ken, schen­ken, win­ken, fun­keln, zan­ken, Anker (*), Tan­ker (*), …

mit -ng

Angel, Span­ge, Engel, lang, Hei­zung, fan­gen, Klin­gel, brin­gen, zwin­gen, sin­gen, Zei­tung, Lei­tung, Lun­ge, Zun­ge, Hun­ger (*), Fin­ger (*), schwan­ger (*), Stan­ge (*), …

Pf /-pf

Vie­le Kin­der spre­chen hier das F/f statt dem Pf/pf.

Pflan­ze, Pfei­fe, Pfer­de, Pfeil, Pflicht, pfle­gen, Apfel, Zap­fen, Pflas­ter, klop­fen, Strumpf, Kopf, damp­fen, Damp­fer, stop­fen, zup­fen, Trop­fen, …

2 Antworten auf „Wörter aus Basisgraphemen“

  1. Hi,
    ich wür­de die Kon­so­nan­ten­häu­fun­gen ver­mei­den, außer wenn das gezielt geübt wer­den soll. Du schreibst ja selbst, dass das schwer ist (pre-di-gen). Dazu gehö­ren auch -nk, -ng, -nd oder auch str-. Übri­gens: Wör­ter, die hin­ten -a klin­gen aber -er geschrie­ben wer­den, nen­nen wir „Tiger-Wör­ter”. Das prägt sich ganz gut ein. Aber ansons­ten: sehr hilf­reich die­se Lis­ten, vor allem, wenn man selbst Übun­gen oder Lese­tex­te schreibt. Dan­ke!

    1. Wich­tig ist mir, dass hier Wör­ter erschei­nen, die aus Basis­gra­phe­men gebil­det wer­den. Dann muss natür­lich jede Kol­le­gin selbst ent­schei­den, wel­che Wör­ter für die Ziel­grup­pe geeig­ne­ter sind als ande­re.
      Ergän­zen­der Hin­weis: Der „Tiger” ist gera­de für Schreib­an­fän­ger eher ungüns­tig – so wie auch der „Igel”, sie­he Sei­te 8 [09] der Lese­pro­be zur Olden­bur­ger Feh­ler­ana­ly­se.

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