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Forschung Unterricht

Wie kann Schriftspracherwerb gelingen?

Auf einer Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft für Lesen und Schrei­ben hielt Frau Prof. Dr. Agi Schrün­der-Len­zen von der Uni­ver­si­tät Pots­dam einen Vor­trag mit dem The­ma:

Down­load: Wie kann Schrift­sprach­er­werb gelin­gen? Ein kri­ti­scher Blick auf aktu­el­le didak­ti­sche Ansät­ze

Ange­spro­chen wer­den in drei gro­ßen Kapi­teln fol­gen­de The­men:

  • War­um ein kri­ti­scher Blick? (u.a. Lesen durch Schrei­ben)
  • Sind Fibeln die bes­se­re Alter­na­ti­ve?
  • Gelin­gens­be­din­gun­gen des Schrift­sprach­er­werbs: Anlaut­ta­bel­len? – Sprach­för­de­rung – Frei­es Schrei­ben?

Erwähnt und emp­foh­len sei an die­ser Stel­le auch ein vor weni­gen Tagen erschie­ne­nes Pos­ter namens Die Lau­te des Deut­schen. Hier wer­den alle beson­ders häu­fi­gen Lau­te (= Basis­gra­phe­me) in einer über­sicht­li­chen Tabel­le dar­ge­stellt.

Zuletzt sei noch auf die Direk­te Hin­füh­rung zur Buch­sta­ben­schrift ver­wie­sen, die in der Prä­sen­ta­ti­on erwähnt wird.

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Beurteilungen

Rechtschreibleistung in freien Texten

Freie Tex­te, zu denen auch die Auf­sät­ze gehö­ren, wer­den nor­ma­ler­wei­se nur inhalt­lich bewer­tet, wäh­rend die Recht­schrei­bung unbe­wer­tet bleibt. Man­che Kol­le­gen an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len wer­ten manch­mal die End­no­te um eine gan­ze Note nach unten ab, wenn ein Text „zu vie­le” Recht­schreib­feh­ler ent­hält und dadurch schwe­rer les­bar wird. Wo hier die Gren­ze ist, ist mir nicht bekannt.
Im Heft OLFA 3–9 wer­den Richt­wer­te vor­ge­schla­gen für tole­rier­te Recht­schreib­feh­ler für die Klas­se 3–9. Die Richt­wer­te ent­spre­chen etwa einer Note 3 bis 4. Je nach Schul­form und Lage der Schu­le muss mit Schwan­kun­gen gerech­net wer­den, so dass die­se Richt­wer­te auch mit den Noten 2 oder gar 5 bewer­tet wer­den könn­ten!

Richt­wer­te (auf 100 Wör­ter)

  • Anfang Klas­se 3: 28,8 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 3: 20,0 Feh­ler
  • Ende Klas­se 3 / Anfang Klas­se 4: 14,7 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 4: 11,3 Feh­ler
  • Ende Klas­se 4 / Anfang Klas­se 5: 8,9 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 5: 7,2 Feh­ler

Quel­le: OLFA 3–9 – Olden­bur­ger Feh­ler­ana­ly­se für die Klas­sen 3–9

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Unterricht

Rechtschreibtest

Um die Ent­wick­lung und den Stand in der Recht­schrei­bung im 3./4. Schul­jahr zu doku­men­tie­ren, ließ ich die Kin­der letz­te Woche einen von mir ent­wor­fe­nen Test schrei­ben, der sich an den Laut­häu­fig­kei­ten bzw. den sog. Basis- und Ortho­gra­phe­men ori­en­tiert.

Der Test wird am Anfang und Ende von Klas­se 3 geschrie­ben. Durch den direk­ten Ver­gleich soll­te in der Regel eine posi­ti­ve Recht­schreib­ent­wick­lung erkenn­bar sein. Der Test kann auch noch in Klas­se 4 wie­der­holt wer­den. Zu Beginn von Klas­se 3 wird auch deut­lich, inwie­fern die Schü­ler die Basis­gra­phe­me sicher beherr­schen bzw. wo noch Pro­ble­me exis­tie­ren.

Beim nächs­ten Test am Ende von Klas­se 3 wer­de ich die Test­wör­ter / die Dik­ta­te / den Text leicht vari­ie­ren. Aller­dings müs­sen dabei die spe­zi­fi­schen Schwer­punk­te inner­halb der Wör­ter erhal­ten blei­ben – denn sonst ist ein direk­ter Ver­gleich nicht mög­lich!

Der Test beinhal­tet:

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Rechtschreibung in der Grundschule

Im 1. und 2. Schul­jahr habe ich mich für den Recht­schrei­ber­werb an dem sog. Basis­kon­zept von Dr. phil. Doro­thea Tho­mé und Prof. Dr. Gün­ther Tho­mé (Goe­the-Uni­ver­si­tät, Frank­furt am Main) ori­en­tiert. Das Basis­kon­zept setzt an der Erkennt­nis an, dass jeder (gespro­che­ne) Laut genau einem Gra­phem (Schrift­zei­chen) zuge­ord­net wer­den kann UND sich die Häu­fig­keit der Gra­phe­me zum Teil sehr stark unter­schei­det. So wird bei­spiels­wei­se dem Laut i: (lan­ges i) in etwa 80% aller Fäl­le der Recht­schrei­bung das Schrift­zei­chen „ie” zuge­ord­net. Wer Kin­dern im 1. Schul­jahr sug­ge­riert, wie es lei­der (schlech­te) Anlaut­ta­bel­len tun, dass man ein „i” schrei­be, wenn man ein i: hört, wie bei Igel, bringt Kin­dern eine Aus­nah­me bei, was lang­fris­tig fatal ist! Das äußert sich dann häu­fig im sog. Igel-Syn­drom (libe Mama, vilen Dank, dise Wise).

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Häufige Wörter in Kindertexten

Es gibt Wör­ter, die ers­tens in der deut­schen Schrift­spra­che beson­ders häu­fig vor­kom­men und es gibt Wör­ter, die zwei­tens vor allem im schu­li­schen Kon­text genutzt wer­den. Dies sind Wör­ter, die vor allem in Kin­der­auf­sät­zen häu­fig vor­kom­men. In die­sem Arti­kel habe ich sol­che Wör­ter zusam­men­ge­tra­gen. Die Samm­lung stammt aus ver­schie­de­nen Quel­len, die ich lei­der gar nicht mehr benen­nen kann, da die­se Wör­ter­lis­te im Lau­fe der Zeit ent­stan­den ist.

Wie den Lese­rin­nen und Lesern mei­ner Sei­te bekannt sein dürf­te, unter­schei­de ich Wör­ter, die aus­schließ­lich aus sog. Basis­gra­phe­men geschrie­ben wer­den, und sol­che, die Basis- und Ortho­gra­phe­me ent­hal­ten. In der Lis­te unten sind Wör­ter mit einem (*) mar­kiert, wenn sie Ortho­gra­phe­me ent­hal­ten. Die­se Wör­ter eig­nen sich daher NICHT für die Klas­sen­stu­fe 1/2 bzw. nur für die Kin­der, bei denen das schrift­sprach­li­che Fun­da­ment (alpha­be­ti­sche Pha­se) gesi­chert(!) ist und nun in die ortho­gra­phi­sche Pha­se „hin­ein­lau­fen”! ABER: Sehr häu­fig vor­kom­men­de Wör­ter, wie z.B. und, viel, dann, las­se ich auch schon in Klas­se 2 rich­tig schrei­ben bzw. kor­ri­gie­re ich ent­spre­chend.

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Wörter aus Basisgraphemen

Diese Wör­ter­lis­te rich­tet sich vor allem an Kin­der in den Klas­sen­stu­fen 1 und 2. Mehr zum Begriff „Basis­gra­phe­me” befin­det sich im Arti­kel Basis- und Ortho­gra­phe­me. Man­che Wör­ter ent­hal­ten sog. Mini­mal­paa­re, z.B. Fisch – Tisch, die sich zudem in der Lis­te mit Mini­mal­paa­ren wie­der­fin­den. Die­se Lis­te mit den Basis­gra­phe­men wird stän­dig um Wör­ter und wei­te­re Pho­ne­me (z.B. lan­ges -u, kur­zes -u etc.) erwei­tert wer­den.

In ers­ter Linie kommt es dar­auf an, dass Kin­der in Klas­se 1 nicht ver­ler­nen, die Lau­te dif­fe­ren­ziert zu hören und zu unter­schei­den. Denn das kön­nen sie näm­lich zu Schul­be­ginn. Vie­le Kin­der ver­lie­ren die­se Fähig­keit aber im Lau­fe des 1. Schul­jah­res, wenn sie von Eltern und Leh­rern hören, dass es nur 5 Voka­le gäbe und die­se dann auch noch falsch beto­nen („Ente schreibst du hin­ten mit einem „e”, weil du hörst doch Enteeeeee”). Nein, die deut­sche Spra­che besteht aus 19 Voka­len – sie­he Lese­pro­be von ABC und ande­re Irr­tü­mer über Ortho­gra­phie, Sei­te 10: Was Logo­pä­din­nen ler­nen, Leh­rer aber nicht.

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Liste mit Minimalpaaren

Die unten ste­hen­de Mini­mal­paar­lis­te zeigt vie­le sog. Mini­mal­paa­re, die für die geziel­te Unter­stüt­zung von Kin­dern beim Recht­schrei­ber­werb gedacht sind. Wie ich die­se Lis­te ein­set­ze, beschrei­be ich im Arti­kel Mini­mal­paar­the­ra­pie.

Ich unter­schei­de die Wör­ter in der Lis­te danach, wo das Mini­mal­paar steht und danach, ob die Wör­ter aus Basis­gra­phe­men oder Basis- und Ortho­gra­phe­men gebil­det wer­den. Beim Schrei­ben ist gera­de bei den Anfän­gern(!!) dar­auf zu ach­ten, dass man aus­schließ­lich auf die rich­ti­ge Zuord­nung bei den Basis­gra­phe­men ach­tet und sie nicht ver­früht mit Aspek­ten wie der Groß- und Klein­schrei­bung und den Ortho­gra­phe­men kon­fron­tiert. Beson­ders wich­tig sind aber immer die Wör­ter mit kur­zem -i, da die­ser Laut eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar­stellt und leicht mit einem kur­zen -e ver­wech­selt wird.