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Typische Rechtschreibfehler

Im Buch „Der ortho­gra­phi­sche Feh­ler: Grund­zü­ge der ortho­gra­phi­schen Feh­ler­for­schung und aktu­el­le Ent­wick­lun­gen” von Siek­mann / Tho­mé wird eine Stu­die von Plickat aus dem Jah­re 1965 vor­ge­stellt. Plickat ließ von etwa 600 Schü­lern aus Volks­schu­len fol­gen­des Dik­tat schrei­ben:

Ein Brief an mei­nen Vater

Ges­tern habe ich einen Brief an mei­nen Vater geschrie­ben. Vater liegt schon seit acht Tagen im Kran­ken­haus. Vorn auf den Brief muß man die Adres­se schrei­ben und auf die Rück­sei­te den Absen­der. Gleich gehe ich zum Post­kas­ten. Dann kommt ein Mann mit dem Post­au­to und steckt alle Brie­fe in einen leder­nen Sack. Er fährt zum Post­amt. Von dort bringt der Brief­trä­ger mei­nen Brief ins Kran­ken­haus. Wie wird sich Vater freu­en, wenn er liest, was ich ihm alles geschrie­ben habe.

(aus: s.o., Olden­burg, 2012, 75f)

Plickat teil­te die Recht­schreib­feh­ler in sechs Kate­go­ri­en ein, wie sie 1958 von einer Komis­si­on zur Recht­schreib­re­form fest­ge­legt wor­den sind.

Fol­gen­de Feh­ler wur­den am häu­figs­ten gemacht:

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Rechtschreibtest in Klasse 4

Die wohl bekann­tes­te Form, um die Recht­schreibleis­tung von Schü­lern zu über­prü­fen, ist das alt­be­kann­te Dik­tat. Vor­ne steht der Leh­rer, liest einen mehr oder min­der geüb­ten Text vor und die Schü­ler müs­sen eif­rig das Gehör­te zu Papier brin­gen.

Schau­en wir in die Bil­dungs­stan­dards hin­ein, so stel­len wir fest, dass dort unter dem Begriff „Rich­tig schrei­ben” weit mehr ver­stan­den wird, als das rich­ti­ge Wie­der­ge­ben eines belie­bi­gen, geüb­ten Tex­tes. So heißt es auf Sei­te 10f:

  • geüb­te, recht­schreib­wich­ti­ge Wör­ter norm­ge­recht schrei­ben,
  • Recht­schreib­stra­te­gi­en ver­wen­den: Mit­spre­chen, Ablei­ten, Ein­prä­gen,
  • Zei­chen­set­zung beach­ten: Punkt, Fra­ge­zei­chen, Aus­ru­fe­zei­chen, Zei­chen bei wört­li­cher Rede
  • über Feh­ler­sen­si­bi­li­tät und Recht­schreib­ge­spür ver­fü­gen,
  • Recht­schreib­hil­fen ver­wen­den: Wör­ter­buch nut­zen, Recht­schreib­hil­fen des Com­pu­ters kri­tisch nut­zen,
  • Arbeits­tech­ni­ken nut­zen: metho­disch sinn­voll abschrei­ben, Übungs­for­men selbst­stän­dig nut­zen, Tex­te auf ortho­gra­phi­sche Rich­tig­keit über­prü­fen und kor­ri­gie­ren.

Wenn ich in den diver­sen Inter­net­fo­ren für Leh­rer rein­schaue, ent­de­cke ich dort bis­lang noch weni­ge Ide­en, wie Tests aus­se­hen könn­ten, die ein umfas­sen­de­res Bild von der „Recht­schreib­kom­pe­tenz” eines Kin­des auf­zei­gen.

Vor zwei Wochen habe ich einen Recht­schreib­test in mei­ner Klas­se schrei­ben las­sen. Er war für alle Kin­der gleich (grup­pen­be­zo­ge­ner Test, vgl. Grund­schul­ord­nung RP) und sah fol­gen­der­ma­ßen aus:

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Rechtschreibtest

Gemein­sam mit einer Kol­le­gin habe ich in den letz­ten Wochen einen bzw. meh­re­re Tests ent­wor­fen, mit denen Teil­be­rei­che der Recht­schreib­ent­wick­lung doku­men­tiert wer­den sol­len, die die stan­dar­di­sier­ten Tests nicht alle abde­cken kön­nen. Bei der Auf­ga­ben­aus­wahl bezie­hen wir uns auf die Bil­dungs­stan­dards für das Fach Deutsch. Dar­in heißt es u.a. auf Sei­te 9f.:

  • geüb­te, recht­schreib­wich­ti­ge Wör­ter norm­ge­recht schrei­ben
  • Recht­schreib­stra­te­gi­en ver­wen­den: Mit­spre­chen, Ablei­ten, Ein­prä­gen
  • Zei­chen­set­zung beach­ten
  • über Feh­ler­sen­si­bi­li­tät und Recht­schreib­ge­spür ver­fü­gen
  • Recht­schreib­hil­fen ver­wen­den: Wör­ter­buch nut­zen

Die ent­wi­ckel­ten Tests haben wir in 5 Auf­ga­ben geglie­dert:

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Normierter Rechtschreibtest

Vor den Herbst­fe­ri­en schrie­ben die Kin­der einen stan­dar­di­sier­ten Recht­schreib­test. Es war im Prin­zip ein Lücken­dik­tat, d.h. die Kin­der schrie­ben in die Lücken die Wör­ter, die ich ihnen dik­tiert hat­te. Bsp.: „Peter malt einen ______. (dik­tiert: Strauch)” Es muss­ten 15 Wör­ter in 10 Minu­ten ein­ge­tra­gen wer­den. Anschlie­ßend schrie­ben die Kin­der 15 selbst aus­ge­dach­te Wör­ter oder eine klei­ne Geschich­te.

Ergeb­nis­se: Beim Lücken­dik­tat erreich­te die Klas­se einen Schnitt von 11,7 rich­ti­gen Wör­tern. Der dem Test zugrun­de­lie­gen­de Schnitt liegt bei 9 bis 11. Das Ergeb­nis der 2a liegt also leicht ober­halb des geeich­ten Durch­schnitts. Viel erfreu­li­cher als der hohe Durch­schnitts­wert ist aber fol­gen­des Ergeb­nis: