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Ameisenbüchlein

Gute 200 Jah­re ist es jetzt her, als Chris­ti­an Gott­hilf Salz­mann (1744–1811) 1806 sein Amei­sen­büch­lein ver­öf­fent­lich­te. In die­sem äußert er sich dar­über, dass es zwar Bücher über die Erzie­hung von Kin­dern gäbe, aber kei­ne, die die Erzie­her selbst erzö­gen. So heißt denn sein Werk auch voll­stän­dig:

Amei­sen­büch­lein, oder Anwei­sung zu einer ver­nünf­ti­gen Erzie­hung der Erzie­her”

Vie­le der dar­in geäu­ßer­ten Gedan­ken haben mehr als 200 Jah­re spä­ter an Aktua­li­tät nichts ver­lo­ren!

Ich erin­ne­re mich dar­an, dass mir C.G. Salz­mann Ende der 90er Jah­re an der Uni als einer der ers­ten Päd­ago­gen vor­ge­stellt wur­de, der im deutsch­spra­chi­gen Raum die Erzie­her zur kri­ti­schen Selbst­re­fle­xi­on ermahn­te.

Ein paar Aus­zü­ge aus dem Amei­sen­büch­lein / Down­load des Buches unten:

Ich set­ze es als bekannt vor­aus, daß der Grund von den Feh­lern der Zög­lin­ge wirk­lich oft in den Erzie­hern lie­ge. … Sei auf­rich­tig gegen dich selbst und geste­he dir ein, daß du selbst an dem schuld sein KANNST, was du an dei­nen Zög­lin­gen tadelst. Sage nicht, ich bin mir doch bewußt, daß ich mei­ne Pflich­ten red­lich erfül­le. Dies kann wohl sein, aber viel­leicht ver­stehst du noch nicht recht, die Kin­der zu behan­deln.

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Regelverstöße & Grenzverletzungen

Die Leh­re­rin und Buch­au­torin Hei­de­ma­rie Bro­sche stellt in einem aktu­el­len Vor­trag vor, wie wir Regel­ver­stö­ßen vor­beu­gen kön­nen. Emp­feh­lens­wert – vor allem auch für ange­hen­de Leh­rer

You­Tube: Regel­ver­stö­ße und Grenz­ver­let­zun­gen

Buch­tipp
H. Bro­sche: Mehr Gelas­sen­heit und Acht­sam­keit im Schul­all­tag

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Lernen sichtbar machen

Prof. Dr. Klaus Zie­rer von der Uni­ver­si­tät Olden­burg gibt in die­sem Vor­trag vom 13.11.2013 in Öster­reich einen Ein­blick in die Hat­tie-Stu­die. Zie­rer hat das Buch „Visi­ble Lear­ning” von John Hat­tie mit ins Deut­sche über­setzt. Er selbst sieht sich als kri­ti­schen Leser der Stu­die.

You­Tube: Ler­nen sicht­bar machen

Im Fol­gen­den gebe ich einen kur­zen Über­blick über die Inhal­te des Vor­trags, so dass es mög­lich ist, gezielt an die jewei­li­ge Stel­le zu sprin­gen:

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Mindframes bei Hattie

Im Arti­kel Was ist „direk­te Instruk­ti­on”? habe ich den von Hat­tie genutz­ten Begriff Mind­frame ver­wen­det. Im deutsch­spra­chi­gen Raum wer­den die Mind­frames lei­der kaum wahr­ge­nom­men. Statt­des­sen hat man sich hier bis­lang mehr auf eine Unter­richts­me­tho­den-Debat­te gestürzt, was auch Hat­tie kri­ti­siert.

Für das Wort „mind­frame” als sol­ches gibt es kei­ne exak­te Über­set­zung ins Deut­sche. Es geht hier­bei aber um so etwas wie „Hal­tung” / „Ein­stel­lung”. Wie sich Hal­tun­gen ent­wi­ckeln und wie man sie ver­än­dern kann, wird hier erklärt.

Hat­tie benennt 8 Mind­frames von lern­wirk­sa­men Leh­rern:

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Strenge im Unterricht

Rein­hard Stäh­ling, Schul­lei­ter der inklu­si­ven Grund­schu­le Berg Fidel, wur­de im Sep­tem­ber 2013 von Mit­glie­dern des Pro­jekts Krei­destaub inter­viewt. Sehr authen­tisch und rea­lis­tisch hal­te ich Stäh­lings Wor­te über Stren­ge in der Schu­le und offe­nen Unter­richt!

You­Tube: Rein­hard Stäh­ling Schul­lei­ter der Grund­schu­le Berg Fidel im Inter­view mit Stu­die­ren­den

Im Lau­fe des Inter­views wird auch deut­lich, dass eine Fra­ge an die Schü­ler wie zum Bei­spiel „Wor­an wirst du jetzt arbei­ten?” nicht mit Belie­big­keit gleich zu set­zen ist, son­dern nur dann gelingt, wenn der Rah­men für alle klar struk­tu­riert ist und den Kin­dern auch die Erwar­tun­gen klar sind.

Stäh­ling spricht zudem noch Aspek­te von Leh­rer­ver­hal­ten an und das Pro­blem von Jung­leh­rern, wie sie mit fal­schen Vor­stel­lun­gen von einer „men­schen­freund­li­chen Schu­le” an der Rea­li­tät schei­tern kön­nen.

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Was Jungen brauchen!

Eine hoch­ka­rä­tig besetz­te Dis­kus­si­on in einer der letz­ten her­vor­ra­gen­den Sen­dun­gen im dt. Fern­se­hen: „sco­bel”. Zu Gast bei Gert Sco­bel sind Enja Rie­gel (ehem. Lei­te­rin der Hele­ne-Lan­ge-Schu­le, die bei PISA am bes­ten abge­schnit­ten hat), Gerald Hüt­her (Hirn­for­scher und Neu­ro­bio­lo­ge) und All­an Gug­gen­bühl (Kin­der- und Jugend­psy­cho­lo­ge aus Bern).

Hier geht’s zur The­men­sei­te bei 3sat: Jungs – Sind sie das neue schwa­che Geschlecht?

Teil 1

Teil 2

Um alle sechs Vide­os anzu­se­hen (ca. 60 Minu­ten), bit­te wei­ter unten auf Wei­ter­le­sen kli­cken.

Zita­te aus dem 6. Teil:

  • Leh­rer haben in der Uni und im Refe­ren­da­ri­at Fächer gelernt, aber das, was wir in der Schu­le brau­chen, das haben sie da nicht gelernt. Leh­rer müs­sen begeis­tern und ler­nen, die Unter­schie­de zwi­schen den Kin­dern wahr­zu­neh­men und auf­zu­grei­fen.
  • Im Umgang mit Men­schen braucht es kei­ne Aka­de­mi­sie­rung der Aus­bil­dung, son­dern prak­ti­sche Erfah­rung.
  • Es ist der Ansatz unse­rer Schu­len, dass wir glau­ben, wir könn­ten Kin­der unter­rich­ten. Man kann nie­man­dem etwas bei­brin­gen. Man kann Kin­der nicht benut­zen wie einen Trich­ter, wo man oben das Wis­sen rein­füllt.
  • Ein guter Leh­rer muss 3 Din­ge beherr­schen: Er muss Kin­der ein­la­den kön­nen. Er muss ihnen Mut machen kön­nen. Er muss sie inspi­rie­ren kön­nen. Und damit er das kann, muss er 1. die Schü­ler in ihrer Ver­schie­den­ar­tig­keit mögen und er muss 2. begeis­tern kön­nen.
  • Vie­le Kin­der kön­nen ihre Inter­es­sen in die Schu­le nicht mehr ein­brin­gen.
  • Ler­nen muss pro­zess­ori­en­tiert sein.
  • Man braucht muti­ge Leh­rer und Schul­lei­ter.
  • Man braucht Zeit, damit Kin­der Erfah­run­gen machen. Das kann man nicht nach Lehr­plan abha­ken oder nach Schul­buch durch­ge­hen und es häpp­chen­wei­se ver­ab­rei­chen.
  • Man hängt der Illu­si­on nach, dass man einen Lern­pro­zess vor­her struk­tu­rie­ren könn­te.
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Wie Schüler Lehrer sehen…

Aus dem wah­ren Leben einer mir bekann­ten Leh­re­rin:

Die Schü­ler wur­den von mir ange­hal­ten ihre Plät­ze auf­zu­räu­men, mit der scherz­haft gemein­ten Bemer­kung mei­ner­seits, der Die­ner habe frei.

Schü­ler: „Wel­cher Die­ner denn?”

Ich: „Der, der immer alles für euch macht.”

Schü­ler: „Wie­so, du bist doch da?”

Ein schö­nes Bei­spiel dafür, wie Schü­ler Leh­rer sehen bzw. die Auf­ga­ben ver­teilt sind. Was will uns die­ser Schü­ler eigent­lich sagen? Dar­über mag sich aber jeder selbst sei­ne Gedan­ken machen.