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Ideen

Bedingungen engagierten Lernens

Lie­be Lisa, wegen sol­cher Arti­kel, dei­nen viel­schich­ti­gen Impul­sen, emp­feh­le ich dei­ne Sei­te immer wie­der ger­ne wei­ter. 🙂

Dass Ler­nen eine Funk­ti­on von Selbst­steue­rungs­pro­zes­sen psy­chi­scher und sozia­ler Sys­te­me ist, könn­ten Leh­rer seit Die­ter Len­zens Luh­mann-Band Niklas Luh­mann, Schrif­ten zur Päd­ago­gik wis­sen. Aber auch aus der eige­nen Pra­xis und ohne die Sys­tem­theo­rie zu bemü­hen, „wis­sen“ lang­jäh­rig prak­ti­zie­ren­de Leh­rer tief inner­lich, dass Schü­le­rIn­nen durch nichts gezwun­gen wer­den kön­nen, bestimm­te Din­ge zu ler­nen, und dass sie, selbst wenn sie bereit­wil­lig ler­nen, am Ende nicht unbe­dingt das gelernt haben wer­den, was die Leh­re­rIn­nen gewünscht hat­ten, son­dern „ihr eige­nes Ding draus gemacht haben“. Dass genau das gelernt wird, was die Lehr­per­son möch­te, ist in man­chem sogar eher unwahr­schein­lich. Nichts ande­res ist mit der Selbst­steue­rung gemeint. Tests und Klas­sen­ar­bei­ten fra­gen eigent­lich nur ab, ob der Schü­ler weiß, was der Leh­rer auf sei­ne Fra­ge hören möch­te.

Lisa Rosa iden­ti­fi­ziert vier Bedin­gun­gen, die enga­gier­tes Ler­nen wahr­schein­li­cher machen:

1. Per­sön­li­che (indi­vi­du­el­le) Sinn­bil­dung ermög­li­chen
2. Ergeb­nis­of­fen­heit
3. Zusam­men­ar­beit
4. Bedeut­sa­me „ech­te” Auf­ga­ben lösen

Inter­es­san­ter­wei­se stim­men die­se Bedin­gun­gen sehr gut mit der Arbeit in einem offe­nen Unter­richt auf den Stu­fen 2 und 3 über­ein.

Hier geht es zum aus­führ­li­chen Arti­kel: Die Wahr­schein­lich­keit für enga­gier­tes Ler­nen erhö­hen

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Ideen

Mathematik muss streng linear sein

War­um wird Mathe­ma­tik hier­ar­chisch unter­rich­tet?

Ein Arti­kel in durch­ge­hend pro­vo­kant-iro­ni­schen(!!!) Unter­tö­nen, ver­gleich­bar mit dem Buch von Paul Watz­la­wick „Anlei­tung zum Unglück­lich­sein”:

Bevor Kin­der auf Ent­de­ckungs­rei­se gehen kön­nen, müs­sen(!) sie erst ein­mal bestimm­te Grund­fer­tig­kei­ten erler­nen. Dass sich Grund­fer­tig­kei­ten an den Auf­ga­ben und The­men her­aus­bil­den, die ein Kind bewe­gen, ist blan­ker Unfug.

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Unterricht

Kinder & Mathematik: Was Erwachsene wissen sollten

So lau­tet der Titel eines Buches von Prof. Dr. Hart­mut Spie­gel und Prof. Dr. Chris­toph Sel­ter aus dem Jahr 2003, das ich vor eini­ger Zeit las. Dar­in beschrei­ben sie die „Denk­we­ge der Kin­der”, die sie in einer breit ange­leg­ten For­schungs­rei­he unter­sucht und aus­ge­wer­tet haben. Das Buch hat mir eine Fül­le von Impul­sen und Ide­en für mei­nen Unter­richt gege­ben und mich in dem, was ich tue, auch bestä­tigt – denn frü­her oder spä­ter kom­men wohl jedem ein­mal Zwei­fel, ob man mit sei­nem Unter­richt noch auf dem rich­ti­gen Weg ist. Ich emp­feh­le das Buch allen Inter­es­sier­ten wei­ter.

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Forschung

Faktoren von Schulerfolg II

Die aktu­el­le Zwil­lings­for­schung von Prof. Dr. Frank M. Spi­nath (Uni­ver­si­tät Saar­brü­cken) bringt in Längs­schnitt­stu­di­en in über 250 teil­neh­men­den Fami­li­en neue Erkennt­nis­se über den Schul­er­folg von Kin­dern zu Tage.

Die wich­tigs­ten Ein­flüs­se auf den Schul­er­folg sind Intel­li­genz, Moti­va­ti­on und der Freun­des­kreis des Kin­des. Spi­nath kommt zu dem Ergeb­nis, dass die Intel­li­genz und das Arbeits­ge­dächt­nis, das heißt die Fähig­keit eines Kin­des, etwas gleich­zei­tig im Gedächt­nis zu behal­ten und fle­xi­bel damit zu arbei­ten, von größ­ter Bedeu­tung sind. Auch die Moti­va­ti­on eines Kin­des und sei­ne Fähig­keit, die eige­nen Stär­ken zu erken­nen und sie ein­zu­set­zen, trägt maß­geb­lich zum Schul­er­folg bei. Wei­te­re Fak­to­ren sind die Ein­flüs­se aus der Umwelt ins­be­son­de­re die des Freun­des­krei­ses und der Schu­le.

Der Ein­fluss der Eltern auf den Schul­er­folg des Kin­des sei hin­ge­gen „weni­ger wich­tig, als man in den letz­ten Jah­ren ange­nom­men hat“, so Spi­nath. Viel­mehr weist er dar­auf hin, dass zu viel Druck von Eltern das Kind über­for­dern kön­ne, was sich wie­der­um nega­tiv auf die Leis­tun­gen aus­wir­ken kann. Bei den Stu­di­en las­sen sich grob drei elter­li­che Erzie­hungs­sti­le erken­nen:

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Ideen Unterricht

Feedback geben

Was kann man Kin­dern sagen, um sie zu moti­vie­ren? Ein paar Anre­gun­gen:

  • Ich bin mal gespannt, ob du es schaffst, dich die­sen gan­zen Auf­ga­ben zu wid­men, ohne dich abzu­len­ken.”
  • Du bist schon fast fer­tig, das Biss­chen schaffst du bestimmt auch noch.”
  • Erin­nerst du dich noch, wie schwer dir die Auf­ga­ben / das Lesen / das Schrei­ben etc. fiel, als du (vor ein paar Tagen/Wochen?) damit ange­fan­gen hast? Du warst sehr flei­ßig / hast gut gear­bei­tet. Des­we­gen gelingt dir das viel leich­ter.”
  • War­um über­legst du nicht mal allei­ne / mit mir, wie wir dei­ne Haus­auf­ga­ben bes­ser gestal­ten?”
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Forschung

Erkenntnisse der Hirnforschung

Wenn sich jedes Jahr die ca. 30.000 Mit­glie­der der neu­ro­wis­sen­schaft­li­chen Gesell­schaft zum Kon­gress tref­fen, wer­den unter ande­rem aktu­el­le Erkennt­nis­se vor­ge­stellt, die im zurück­lie­gen­den Jahr gewon­nen wur­den. Im Fol­gen­den ein paar Erkennt­nis­se der letz­ten 20 Jah­re, die auch für Schu­le von Bedeu­tung sind:

  1. In jedem Gehirn von Jung bis Alt wach­sen immer Ner­ven­zel­len. Die alt­her­ge­brach­te Mei­nung ist hin­ge­gen, dass das Gehirn mit zuneh­men­den Alter qua­si den „Hirn­tod auf Raten” erlebt.
  2. Die neu­en Ner­ven­zel­len ler­nen bes­ser als die alten.
  3. Wenn man joggt, wach­sen Extra-Ner­ven­zel­len nach. Das heißt, der Sport­un­ter­richt erzeugt die Hard­ware (= neue Ner­ven­zel­len), die mit Soft­ware (= Lern­in­hal­te) gefüllt wer­den kann. Des­we­gen müss­te es eigent­lich jeden Tag Sport­un­ter­richt geben! Oder anders aus­ge­drückt: Kin­der, die nicht täg­lich vor Anstren­gung schwit­zen, nut­zen ihre Poten­zia­le nicht aus.
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Unterricht

Die ideale Schule

Die aktu­el­le Aus­ga­be (Novem­ber 2009) der Zeit­schrift GEO Wis­sen wid­met sich dem The­ma: „Die idea­le Schu­le – Was Jun­gen und Mäd­chen opti­mal för­dert”

Ich habe sie mir ges­tern gekauft und die ers­ten Sei­ten bereits mit gro­ßem Inter­es­se gele­sen. Beson­ders fas­zi­niert hat mich der Arti­kel „Schu­le ohne Zen­su­ren – kann das funk­tio­nie­ren? Leis­tung lässt sich auch anders bewer­ten als mit Noten”. Es soll­te doch zu den­ken geben, dass die­ses The­ma im Rah­men von „Die idea­le Schu­le” erscheint.

Lesens­wert ist auch das Inter­view mit dem Hirn­for­scher auf Sei­te 28 bis 31: „Wie das Ler­nen gelingt…” Eine der wich­tigs­ten Aus­sa­gen in die­sem Inter­view, die man wohl nicht oft genug wie­der­ho­len kann:

Für grö­ße­ren Lern­er­folg hilft nicht mehr büf­feln, son­dern mehr Bewe­gung! Denn durch Bewe­gung wer­den Sub­stan­zen aus­ge­schüt­tet, die für die Gehirn­rei­fung wich­tig sind.”

sie­he auch: Was trai­niert das Gehirn am bes­ten?

Es bleibt zu hof­fen, dass die in den letz­ten Jah­ren gewon­nen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se über Ler­nen und die Funk­ti­ons­wei­se des Gehirns, in mög­lichst vie­len Köp­fen ankom­men wer­den. Geo Wis­sen trägt mit die­ser Aus­ga­be sei­nen Bei­trag dazu bei.

Die Zeit­schrift kos­tet 8,50 Euro, recht viel, aber es lohnt sich.