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Blick in den (neuen) Klassenraum

Seit eini­gen Mona­ten nun habe ich Schritt für Schritt den Klas­sen­raum umge­stal­tet. Aus­gangs­punkt waren die zurück­lie­gen­den Herbst­fe­ri­en, wo der gesam­te Raum mit Hil­fe eini­ger Eltern einen neu­en Anstrich inkl. eines Burg-Motivs erhielt. Es wur­den zudem neue Fuß­leis­ten ver­baut. Bääh, was waren die alten eklig! Eini­ge der Vor­hän­ge ver­schwan­den und man­ches ande­re mehr wur­de ent­fernt.

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…aus dem Klassenraum II

Teil 2 der Rei­he „…aus dem Klas­sen­raum” oder „Ver­än­de­run­gen im Rah­men des der­zeit Mög­li­chen”

In den letz­ten Tagen habe ich den Raum etwas umge­stellt. Ein gro­ßer Dank für die Ein­rich­tungs­ide­en geht hier an mei­ne gedul­di­ge Kol­le­gin aus R.!

alterraum_foto1_blick_zur_tafelFoto 1: Her­aus­ge­flo­gen ist das Regal, das vor mei­nem Schreib­tisch stand. Auch habe ich die Buch­sta­ben oben ent­sorgt. Ich habe lan­ge über­legt, ob ich statt­des­sen alle Basis­gra­phe­me auf­hän­ge. Letzt­end­lich habe ich mich dage­gen ent­schie­den, da der Raum even­tu­ell im Som­mer reno­viert wird. So erspa­re ich allen Hel­fen­den die Arbeit, alles wie­der ab- und auf­zu­hän­gen. Als Kom­pro­miss habe ich statt­des­sen doch wie­der die Schreib­ta­bel­le des Zebra-Lehr­wer­kes ange­han­gen. Im Gro­ßen und Gan­zen geht sie ja in Ord­nung, auch wenn sie, wie alle ande­ren mir bekann­ten Schreib­ta­bel­len auch, eini­ge „Schwä­chen” hat. Die wun­der­bar dun­kel­brau­nen Tische aus den 70ern(?) nut­ze ich auch wei­ter­hin für die Klein­grup­pen­ar­beit mit mir. An die­sem Tisch sitzt sonst nor­ma­ler­wei­se nie­mand.

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…aus dem Klassenraum I

alterraum_von_hintenFoto 1: In den Som­mer­fe­ri­en ist eine Reno­vie­rung des Rau­mes ange­dacht, wenn sich Eltern dafür ein­set­zen soll­ten. War­um eigent­lich ist das nicht die Auf­ga­be einer Maler­fir­ma? Ger­ne wür­de ich auf die alte Tafel ver­zich­ten bzw. nur noch ein 1x1qm gro­ßes Ele­ment hän­gen las­sen, denn das Smart­board reicht mei­ner Erfah­rung nach aus. Links in der Ecke hin­ter den Kis­ten steht der (lei­der) über­di­men­sio­nier­te Schreib­tisch. Wer nur hat­te einen sol­chen Koloss jemals gebraucht?

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Unterricht bei mir

Ich bin der­zeit Klas­sen­leh­rer eines ers­ten Schul­jah­res mit 23 Kin­dern in Rhein­land-Pfalz (2012/2013). Die Schu­le, in der ich arbei­te, ist eine „ganz nor­ma­le staat­li­che Grund­schu­le” zwi­schen Trier und Koblenz. Es gibt 8 Klas­sen mit ca. 170 Kin­dern.

Mein Unter­richt basiert auf vier Säu­len.

1. Säu­le: Gemein­sa­me Pha­sen im Stuhl­kreis oder an der Tafel/Smartboard: Die­se Zeit nut­ze ich für Inhal­te, meist Übun­gen, die für alle Kin­der rele­vant sind. Bei­spiel­haft sei­en nur die Laut­übun­gen in Klas­se 1 genannt. Wich­tig sind hier aber auch die gemein­sa­men Refle­xi­ons­ge­sprä­che über das Klas­sen­ge­sche­hen, Arbeits­er­geb­nis­se etc.

2. Säu­le: Frei­wil­li­ge oder ver­pflich­ten­de Klein­grup­pen­ar­beit: Dazu set­ze ich mich mit etwa 2–6 Kin­dern an einen Dop­pel­tisch und arbei­te mit ihnen in klei­ner Run­de. Mei­ne Lern­an­ge­bo­te sind dabei frei­wil­lig. Nur sel­ten nimmt das Lern­an­ge­bot kein Kind an. Zur ver­pflich­ten­den Klein­grup­pen­ar­beit bit­te ich die Kin­der aber täg­lich abwech­selnd und gezielt zu mir. So kann ich mit ihnen pass­ge­nau an einem The­ma arbei­ten, bei dem ich Ent­wick­lungs­be­darf sehe.

3. Säu­le: Kenn­zeich­nen­des Merk­mal ist hier die ein­lei­ten­de Fra­ge „Wor­an möch­test du jetzt arbei­ten?” Ent­schei­dungs­schwa­chen Kin­dern gebe ich eine Aus­wahl aus ein bis drei Arbeits­ide­en. Die­se Säu­le bringt die Kin­der in die Selbst­stän­dig­keit und führt im Ide­al­fall am Ende von Klas­se 4 zur Eigen­ver­ant­wor­tung (*). Letz­te­re defi­nie­re ich als eine Arbeits­hal­tung von Ler­nen, die sich in einem Satz aus­drückt wie etwa „Ich WILL ler­nen, auch wenn du, lie­ber Leh­rer, nicht da bist. Habe ich Schwie­rig­kei­ten hole ich mir Hil­fe und gebe nicht sofort auf!” Bei der Refle­xi­on die­ser Arbeits­pha­se sage ich oft „Schu­le ist kein Pony­hof” und ver­su­che auch damit das Ler­nen hoch zu hal­ten.

4. Säu­le: Eltern­ar­beit, Eltern­ar­beit, Eltern­ar­beit… regel­mä­ßi­ge frei­wil­li­ge Tref­fen mit allen, Ein­zel­ge­sprä­che, schrift­li­ches Feed­back, Infor­ma­ti­ons­brie­fe etc. Man­che Eltern ver­trau­en Leh­rern nicht per se – war­um soll­ten sie auch? Die­ses Ver­trau­en muss man sich als Leh­rer müh­sam erar­bei­ten. Ohne Eltern­ar­beit brö­seln die ers­ten drei Säu­len schnel­ler dahin als einem lieb ist!

Vor­mit­tags ste­hen die ers­ten drei Säu­len gleich­wer­tig neben­ein­an­der. Jeder „nor­ma­le” Arbeits­tag besteht aus allen drei Säu­len, die zeit­lich ver­schie­den lang aus­fal­len und im Fal­le von Säu­le 2 und 3 par­al­lel statt­fin­den.

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Unterricht

Fragen und Antworten zum offenen Unterricht

Erst ein­mal bedan­ken wir uns dafür, dass Sie so zahl­reich am 3. Febru­ar 2011 zu unse­rem Vor­trag „Ein­bli­cke in offe­nen (Mathe-)Unterricht” an der Uni Koblenz erschie­nen sind. Im Fol­gen­den möch­ten wir noch ein­mal etwas aus­führ­li­cher auf eini­ge Ihrer Fra­gen ein­ge­hen.

Was ist offener Unterricht?

Fra­gen Sie zehn Leh­re­rin­nen, was offe­ner Unter­richt ist und wie er bei ihnen aus­sieht, und sie erhal­ten 20 ver­schie­de­ne Ant­wor­ten. „Mit Offen­heit des Unter­richts ist nicht eine bestimm­te Metho­de gemeint, son­dern viel­mehr die Sicht­wei­se wel­che der Leh­ren­de von Schu­le und Unter­richt hat. Wei­ters ist auch das Leh­re­rIn­nen und Schü­le­rIn­nen Ver­hält­nis anders als in ande­ren Unter­richts­for­men.” (Was leis­tet offe­ner Unter­richt? von E. Jür­gens). Der gemein­sa­me Ansatz von offe­nem Unter­richt ist also sei­ne Schü­ler­ori­en­tie­rung. Ein Stu­fen­mo­dell nach dem Grad der Offen­heit hilft, sich dem Begriff „offe­ner Unter­richt” zu nähern.

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Material

Hausaufgaben in Klasse 2/3

Im Arti­kel Haus­auf­ga­ben habe ich erläu­tert, wel­cher Art Haus­auf­ga­ben in einem offe­nen (geöff­ne­ten) Unter­richt sein könn­ten. In die­sem Arti­kel stel­le ich kon­kre­te Auf­ga­ben (über­wie­gend) auf dem Hin­ter­grund indi­vi­dua­li­siert auto­ma­ti­sier­ten Übens vor. Die Auf­ga­ben habe ich bereits schon in Klas­se 2 ein­ge­setzt und wer­de ich zum Teil jetzt in Klas­se 3 an die Kin­der rei­chen.

Immer eine Auf­ga­ben­samm­lung für Mathe und Deutsch (sie­he unten im voll­stän­di­gen Arti­kel) schrei­be ich auf die Vor­der- und Rück­sei­te eines Blat­tes. Anschlie­ßend num­me­rie­re ich die Auf­ga­ben auf bei­den Sei­ten jeweils von 2 bis 12 durch. Nun kön­nen sich die Kin­der mit einem bzw. zwei Wür­feln ihre Haus­auf­ga­be erwür­feln, wenigs­tens eine in Deutsch und eine in Mathe. Kin­der, die alle Auf­ga­ben bear­bei­tet haben, kön­nen noch mal von vor­ne begin­nen oder sich ein neu­es Blatt mit Auf­ga­ben abho­len.

Die­se Samm­lung von geöff­ne­ten Haus­auf­ga­ben wird regel­mä­ßig ergänzt.

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Hausaufgaben – wenn ja, wie?

Der Sinn und Unsinn von Haus­auf­ga­ben für den Schul­er­folg wur­de bereits in der Wis­sen­schaft mehr­fach dis­ku­tiert und in Stu­di­en über­prüft. Über den Ein­fluss die­ses päd­ago­gi­schen Ritu­als auf die Leis­tun­gen der Schü­ler lie­gen schluss­end­lich kei­ne ein­deu­ti­gen Ergeb­nis­se vor! Obwohl der Zusam­men­hang zwi­schen Haus­auf­ga­ben und schu­li­schen Leis­tun­gen also kei­nes­wegs kau­sal ist, besteht bei vie­len Eltern der Wunsch nach die­sem päd­ago­gi­schen Ritu­al.

Wel­cher Art könn­ten Haus­auf­ga­ben nun aber sein, dass sie für die Schü­ler von einem gewis­sen Wert sind? Wel­cher Art soll­ten Haus­auf­ga­ben sein, dass sie für alle Schü­ler glei­cher­ma­ßen von Wert sind?