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Ideen

Groß- und Kleinschreibung

Ein paar Bei­spie­le dafür, wes­halb im Deut­schen Satz­zei­chen und Groß- und Klein­schrei­bung wich­tig sind. Oder wäre es bes­ser, alles klein zu schrei­ben und beim Lesen stär­ker auf den Kon­text zu ach­ten? In ande­ren Län­dern geht das zumin­dest auch so.

Wir essen jetzt Opa!
Wir essen jetzt, Opa!

Vor dem Fens­ter sah sie den gelieb­ten Rasen.
Vor dem Fens­ter sah sie den Gelieb­ten rasen.

Der gefan­ge­ne Floh…
Der Gefan­ge­ne floh…

Er ver­wei­ger­te Spei­se und Trank.
Er ver­wei­ger­te Spei­se und trank.

Er hat in Dres­den lie­be Genos­sen.
Er hat in Dres­den Lie­be genos­sen.

Der Jun­ge sieht dir unge­heu­er ähn­lich!
Der Jun­ge sieht dir Unge­heu­er ähn­lich!

Wäre er doch nur Dich­ter gewor­den.
Wäre er doch nur dich­ter gewor­den.

Wir lie­ben dich bis Sonn­tag, dei­ne Eltern.
Wir lie­ben dich – bis Sonn­tag, dei­ne Eltern.

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Ideen

Hatties 8 Mindframes

Was in den deut­schen Medi­en und in der hie­si­gen Bil­dungs­dis­kus­si­on lei­der viel zu wenig wahr­ge­nom­men wur­de, sind bei John Hat­tie die sog. Mind­frames. Er meint damit Hal­tun­gen und Ein­stel­lun­gen, die man als Leh­rer in die Schu­le mit­bringt. Hier­zu habe ich bereits im Arti­kel Mind­frames bei Hat­tie eini­ges geschrie­ben.

In die­sem 3,30 min lan­gen Video nun wer­den die Mind­frames ganz hübsch prä­sen­tiert dar­ge­stellt:

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Forschung Unterricht

Leseförderung im Team

In letz­ter Zeit sto­ße ich immer wie­der auf den Namen Elmar Sou­vi­gnier, wenn es um Lese­för­de­rung geht. Prof. Sou­vi­gnier hielt u.a. einen lesens­wer­ten Vor­trag auf der Tagung „Wie lässt sich eine nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­rung der Lese­kom­pe­tenz errei­chen?”
Aus­ge­hend von der Prä­sen­ta­ti­on von Sou­vi­gnier bin ich auf die­ses Lese­för­der­pro­gramm gesto­ßen, das mir recht viel­ver­spre­chend erscheint:

Kennt das jemand und kann dazu etwas als Kom­men­tar schrei­ben?

Aber: Ich den­ke, auch wir Leh­rer dür­fen uns nichts vor­ma­chen. Es liegt nicht aus­schließ­lich in unse­rer Macht, Kin­der zu erfolg­rei­chen Lesern aus­zu­bil­den. Die EU-Sach­ver­stän­di­gen­grup­pe für Liter­acy betont, dass die Eltern einen ganz erheb­li­chen außer­schu­li­schen Ein­fluss auf die Ent­wick­lung des Lesens ihrer Kin­der ein­neh­men und bei allen schu­li­schen Maß­nah­men mit ein­be­zo­gen wer­den müs­sen, sie­he R. Val­tin – Lösungs­vor­schlä­ge der Sach­ver­stän­di­gen­grup­pe der EU (High Level Group of Experts on Liter­acy). Den Ein­fluss der Eltern bestä­tigt zudem auch eine OECD-Stu­die:

Wenn Eltern ihren Kin­dern im Vor- und Grund­schul­al­ter vor­le­sen, kann das die Lese­leis­tun­gen im Teen­ager­al­ter um durch­schnitt­lich 2 Jah­re ver­bes­sern!” (PISA-Son­der­aus­wer­tung)

Nach­trag: Wie ich soeben lese, schei­nen die drei oben erwähn­ten Hef­te / Bücher die Dis­ser­ta­ti­on von Mun­ser-Kie­fer zu sein.

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Forschung Unterricht

Wie kann Schriftspracherwerb gelingen?

Auf einer Ver­an­stal­tung der Deut­schen Gesell­schaft für Lesen und Schrei­ben hielt Frau Prof. Dr. Agi Schrün­der-Len­zen von der Uni­ver­si­tät Pots­dam einen Vor­trag mit dem The­ma:

Down­load: Wie kann Schrift­sprach­er­werb gelin­gen? Ein kri­ti­scher Blick auf aktu­el­le didak­ti­sche Ansät­ze

Ange­spro­chen wer­den in drei gro­ßen Kapi­teln fol­gen­de The­men:

  • War­um ein kri­ti­scher Blick? (u.a. Lesen durch Schrei­ben)
  • Sind Fibeln die bes­se­re Alter­na­ti­ve?
  • Gelin­gens­be­din­gun­gen des Schrift­sprach­er­werbs: Anlaut­ta­bel­len? – Sprach­för­de­rung – Frei­es Schrei­ben?

Erwähnt und emp­foh­len sei an die­ser Stel­le auch ein vor weni­gen Tagen erschie­ne­nes Pos­ter namens Die Lau­te des Deut­schen. Hier wer­den alle beson­ders häu­fi­gen Lau­te (= Basis­gra­phe­me) in einer über­sicht­li­chen Tabel­le dar­ge­stellt.

Zuletzt sei noch auf die Direk­te Hin­füh­rung zur Buch­sta­ben­schrift ver­wie­sen, die in der Prä­sen­ta­ti­on erwähnt wird.

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Beurteilungen

Rechtschreibleistung in freien Texten

Freie Tex­te, zu denen auch die Auf­sät­ze gehö­ren, wer­den nor­ma­ler­wei­se nur inhalt­lich bewer­tet, wäh­rend die Recht­schrei­bung unbe­wer­tet bleibt. Man­che Kol­le­gen an den wei­ter­füh­ren­den Schu­len wer­ten manch­mal die End­no­te um eine gan­ze Note nach unten ab, wenn ein Text „zu vie­le” Recht­schreib­feh­ler ent­hält und dadurch schwe­rer les­bar wird. Wo hier die Gren­ze ist, ist mir nicht bekannt.
Im Heft OLFA 3–9 wer­den Richt­wer­te vor­ge­schla­gen für tole­rier­te Recht­schreib­feh­ler für die Klas­se 3–9. Die Richt­wer­te ent­spre­chen etwa einer Note 3 bis 4. Je nach Schul­form und Lage der Schu­le muss mit Schwan­kun­gen gerech­net wer­den, so dass die­se Richt­wer­te auch mit den Noten 2 oder gar 5 bewer­tet wer­den könn­ten!

Richt­wer­te (auf 100 Wör­ter)

  • Anfang Klas­se 3: 28,8 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 3: 20,0 Feh­ler
  • Ende Klas­se 3 / Anfang Klas­se 4: 14,7 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 4: 11,3 Feh­ler
  • Ende Klas­se 4 / Anfang Klas­se 5: 8,9 Feh­ler
  • Mit­te Klas­se 5: 7,2 Feh­ler

Quel­le: OLFA 3–9 – Olden­bur­ger Feh­ler­ana­ly­se für die Klas­sen 3–9

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Unterricht

Rechtschreibtest

Um die Ent­wick­lung und den Stand in der Recht­schrei­bung im 3./4. Schul­jahr zu doku­men­tie­ren, ließ ich die Kin­der letz­te Woche einen von mir ent­wor­fe­nen Test schrei­ben, der sich an den Laut­häu­fig­kei­ten bzw. den sog. Basis- und Ortho­gra­phe­men ori­en­tiert.

Der Test wird am Anfang und Ende von Klas­se 3 geschrie­ben. Durch den direk­ten Ver­gleich soll­te in der Regel eine posi­ti­ve Recht­schreib­ent­wick­lung erkenn­bar sein. Der Test kann auch noch in Klas­se 4 wie­der­holt wer­den. Zu Beginn von Klas­se 3 wird auch deut­lich, inwie­fern die Schü­ler die Basis­gra­phe­me sicher beherr­schen bzw. wo noch Pro­ble­me exis­tie­ren.

Beim nächs­ten Test am Ende von Klas­se 3 wer­de ich die Test­wör­ter / die Dik­ta­te / den Text leicht vari­ie­ren. Aller­dings müs­sen dabei die spe­zi­fi­schen Schwer­punk­te inner­halb der Wör­ter erhal­ten blei­ben – denn sonst ist ein direk­ter Ver­gleich nicht mög­lich!

Der Test beinhal­tet:

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Erlebnisse

Donkey Kong?! Nee, oder?

Letz­te Woche kam mir früh mor­gens, als ich noch ver­schla­fen durch den Schul­flur ging, ein Jun­ge aus „mei­ner” Klas­se ent­ge­gen und erzähl­te mir plötz­lich ganz stolz: „Herr Bre­u­ning, Herr Bre­u­ning, ich habe es ges­tern bei Don­key Kong in die Bana­nen­welt geschafft!” Wäh­rend­des­sen dach­te ich: „Don­key Kong? Das ken­ne ich vom C64er! Aber der Jun­ge kann den doch gar nicht ken­nen?! Wie heißt denn die aktu­el­le Kon­so­le?” Also frag­te ich: „Auf was für einer Kon­so­le hast du das gespielt? Super Nin­ten­do?!” – Dar­auf er: „Aber neeeeein, Herr Bre­u­ning, auf der Wiiiiii!” Und ich schlug mir inner­lich an die Stirn: „Oh jee, wie konnt ich nur?! Wir haben doch das Jahr 2014!”