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Lernen sichtbar machen

Prof. Dr. Klaus Zie­rer von der Uni­ver­si­tät Olden­burg gibt in die­sem Vor­trag vom 13.11.2013 in Öster­reich einen Ein­blick in die Hat­tie-Stu­die. Zie­rer hat das Buch „Visi­ble Lear­ning” von John Hat­tie mit ins Deut­sche über­setzt. Er selbst sieht sich als kri­ti­schen Leser der Stu­die.

You­Tube: Ler­nen sicht­bar machen

Im Fol­gen­den gebe ich einen kur­zen Über­blick über die Inhal­te des Vor­trags, so dass es mög­lich ist, gezielt an die jewei­li­ge Stel­le zu sprin­gen:

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Mindframes bei Hattie

Im Arti­kel Was ist „direk­te Instruk­ti­on”? habe ich den von Hat­tie genutz­ten Begriff Mind­frame ver­wen­det. Im deutsch­spra­chi­gen Raum wer­den die Mind­frames lei­der kaum wahr­ge­nom­men. Statt­des­sen hat man sich hier bis­lang mehr auf eine Unter­richts­me­tho­den-Debat­te gestürzt, was auch Hat­tie kri­ti­siert.

Für das Wort „mind­frame” als sol­ches gibt es kei­ne exak­te Über­set­zung ins Deut­sche. Es geht hier­bei aber um so etwas wie „Hal­tung” / „Ein­stel­lung”. Wie sich Hal­tun­gen ent­wi­ckeln und wie man sie ver­än­dern kann, wird hier erklärt.

Hat­tie benennt 8 Mind­frames von lern­wirk­sa­men Leh­rern:

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Was ist „direkte Instruktion” bei Hattie?

In der sog. Hat­tie-Stu­die kris­tal­li­sier­te sich in 138 unter­such­ten Fak­to­ren die direk­te Instruk­ti­on (direct inst­ruc­tion) als ein Fak­tor für lern­wirk­sa­men Unter­richt her­aus. In deut­schen Medi­en und bedau­erns­wer­ter­wei­se auch in päd­ago­gi­schen Krei­sen wur­de das vor­schnell mit der Unter­richts­me­tho­de „Fron­tal­un­ter­richt” über­setzt. Fron­tal­un­ter­richt und direk­te Instruk­ti­on sind aber nicht das Glei­che!

Too often, what the cri­tics mean by direct inst­ruc­tion is didac­tic tea­cher-led tal­king from the front: this should not be con­fu­sed with the very suc­cess­ful “Direct Inst­ruc­tion” method as first out­line by Adams and Engel­mann (1996). (Hat­tie)

Hat­tie kri­ti­siert, dass sei­ne Stu­die dazu genutzt wur­de, um über Unter­richts­me­tho­den zu dis­ku­tie­ren und dar­über, wel­che Unter­richts­me­tho­de bes­ser sei. Die 138 Fak­to­ren in sei­ner Unter­su­chung stün­den aber in einer Wech­sel­wir­kung zuein­an­der. Es rei­che also nicht aus, ein­fach an einer Schrau­be zu dre­hen, damit Unter­richt bes­ser wer­de! Hat­tie ver­misst in den Leh­rer­zim­mern einen kol­le­gia­len Aus­tausch über die Wir­kun­gen des eige­nen Leh­rer­han­delns. Dies gelän­ge u.a. durch Refle­xi­on und Super­vi­si­on (Hos­pi­ta­ti­on). Sein Anlie­gen ist also: „Tea­chers, know your impact!”

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Lernen mit den Augen von Schülern sehen

John Hat­tie, der in den letz­ten Jah­ren mit sei­ner gro­ßen Meta-Stu­die über Unter­richt sehr bekannt wur­de, war am 15. Novem­ber 2013 zu einer Tagung in der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung in Ber­lin ein­ge­la­den. Hier spricht er in ca. 40 Minu­ten über die Ergeb­nis­se sei­ner Unter­su­chung. Vie­len Dank an die stu­den­ti­sche Intia­ti­ve Krei­destaub, dass ihr euch dafür ein­ge­setzt habt, die­sen Vor­trag ins Netz zu bekom­men.

You­Tube: John Hat­tie – What does mat­ter?

Hat­ties zen­tra­les Anlie­gen ist (ab 16.35 min):

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Typische Rechtschreibfehler

Im Buch „Der ortho­gra­phi­sche Feh­ler: Grund­zü­ge der ortho­gra­phi­schen Feh­ler­for­schung und aktu­el­le Ent­wick­lun­gen” von Siek­mann / Tho­mé wird eine Stu­die von Plickat aus dem Jah­re 1965 vor­ge­stellt. Plickat ließ von etwa 600 Schü­lern aus Volks­schu­len fol­gen­des Dik­tat schrei­ben:

Ein Brief an mei­nen Vater

Ges­tern habe ich einen Brief an mei­nen Vater geschrie­ben. Vater liegt schon seit acht Tagen im Kran­ken­haus. Vorn auf den Brief muß man die Adres­se schrei­ben und auf die Rück­sei­te den Absen­der. Gleich gehe ich zum Post­kas­ten. Dann kommt ein Mann mit dem Post­au­to und steckt alle Brie­fe in einen leder­nen Sack. Er fährt zum Post­amt. Von dort bringt der Brief­trä­ger mei­nen Brief ins Kran­ken­haus. Wie wird sich Vater freu­en, wenn er liest, was ich ihm alles geschrie­ben habe.

(aus: s.o., Olden­burg, 2012, 75f)

Plickat teil­te die Recht­schreib­feh­ler in sechs Kate­go­ri­en ein, wie sie 1958 von einer Komis­si­on zur Recht­schreib­re­form fest­ge­legt wor­den sind.

Fol­gen­de Feh­ler wur­den am häu­figs­ten gemacht:

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Wie entwickelt sich eine Haltung?

Hal­tun­gen ent­wi­ckeln sich aus erleb­ten Erfah­run­gen, die man in ähn­li­chen Kon­tex­ten immer wie­der gemacht hat. Erfah­run­gen macht man „unter Akti­vie­rung emo­tio­na­ler Zen­tren”. Dabei wer­den kogni­ti­ve und(!) emo­tio­na­le Antei­le in Form eines gekop­pel­ten Netz­wer­kes im Hirn mit­ein­an­der ver­bun­den, d.h. man kann sagen, „was” man in einer Situa­ti­on erfah­ren hat (Kogni­ti­on) und wie es einem in die­ser Situa­ti­on ging (Emo­ti­on). Wenn man nun immer wie­der Erfah­run­gen in ähn­li­chen Kon­tex­ten macht, ver­dich­ten sie sozu­sa­gen die gekop­pel­ten Netz­wer­ke wie ein Bün­del, das man im Sprach­ge­brauch als Hal­tung benennt. (Quel­le: sie­he Link oben)

Aus­zug aus der aktu­el­len Grund­schul­ord­nung in Rhein­land-Pfalz:

§ 1, Abs 1: Die Grund­schu­le führt die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in das schu­li­sche Ler­nen ein. Sie befä­higt sie zum selbst­stän­di­gen und gemein­sa­men Ler­nen und Han­deln. Sie lei­tet zur Über­nah­me von Wer­ten, Ein­stel­lun­gen und Hal­tun­gen im Sin­ne des § 1 des Schul­ge­set­zes (SchulG) an. Sie bie­tet den Schü­le­rin­nen und Schü­lern Hil­fen und Ori­en­tie­rung und för­dert ihre indi­vi­du­el­le Ent­wick­lung.

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Wenn Eltern vorlesen…

Eine am 11. Mai 2012 ver­öf­fent­lich­te Stu­die der OECD bringt es auf den Punkt:

Wenn Eltern ihren Kin­dern im Vor- und Grund­schul­al­ter vor­le­sen, kann das die Lese­leis­tun­gen um durch­schnitt­lich 2 Jah­re ver­bes­sern!

Quel­le: PISA-Son­der­aus­wer­tung: Vor­le­sen im Klein­kind­al­ter stärkt Lese­ver­mö­gen von Teen­agern