Vorsicht Bildschirm, Kinder!

Jugend­li­che in Deutsch­land im Alter von 12–16 Jah­ren ver­brin­gen täg­lich etwa 7–8 Stun­den mit digi­ta­len Medi­en. Für schu­li­sche Inhal­te blei­ben dem­ge­gen­über nur etwa 3,75 Stun­den Zeit übrig. Das muss Aus­wir­kun­gen haben!

Prof. Dr. Dr. Man­fred Spit­zer stell­te so das Kern­pro­blem dar, das er aus sei­ner Arbeit und aus vie­len Stu­di­en mit Kin­dern und Jugend­li­chen gewon­nen hat. Spit­zer ist ein bekann­ter deut­scher Psych­ia­ter, Psy­cho­lo­ge und Neu­ro­wis­sen­schaft­ler, sowie ärzt­li­cher Direk­tor der Uni­kli­nik für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie in Ulm. Sei­nen Vor­trag, den er vor weni­gen Tagen an der Uni Koblenz hielt, über­schrieb er mit dem Titel Digi­ta­le Demenz, so wie sein gleich­na­mi­ges Buch.

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Gespräche über Lernen

Vor weni­gen Tagen gaben Prof. Dr. Hei­ke de Boer und Mari­na Bonana­ti bei­de von der Uni­ver­si­tät Koblenz das Buch Gesprä­che über Ler­nen – Ler­nen im Gespräch her­aus. Dar­in ent­hal­ten sind zahl­rei­che Arti­kel u.a. einer, bei dem ich mit einer Kol­le­gin und einem Kol­le­gen mitwirkte.

In unse­rem Arti­kel „Refle­xi­on und Par­ti­zi­pa­ti­on in Lern­ge­sprä­chen” gehen wir der Fra­ge nach, wie Lern­ge­sprä­che in einer 1. Klas­sen­stu­fe gestal­tet wer­den kön­nen und wel­che Bedin­gun­gen es bedarf, um die Aus­ein­an­der­set­zung über eige­ne Lern­pro­zes­se anzuregen.

Die Grund­la­ge des Arti­kels leg­ten wir in „mei­nem” dama­li­gen 1. Schul­jahr 2012/2013, bei dem die bei­den Mit­au­toren (M.C. Wag­ner und M. Fischer) über meh­re­re Mona­te hin­weg die von mir geführ­ten „Lern­ge­sprä­che” ana­ly­sier­ten, wir über die Beob­ach­tun­gen dis­ku­tier­ten und ich die Gesprä­che dahin­ge­hend ver­än­der­te, dass die Kin­der immer pro­duk­ti­ver dar­an par­ti­zi­pie­ren konnten.

Die ers­ten zwei Sei­ten des Arti­kels kön­nen beim Ver­lag (sie­he Link oben) ange­le­sen wer­den. Dazu klickt man dort auf „Inhalts­ver­zeich­nis”, sucht nach dem Arti­kel „Refle­xi­on und Par­ti­zi­pa­ti­on in Lern­ge­sprä­chen” und wählt schließ­lich die Vor­schau aus.

Das Inhalts­ver­zeich­nis des Buches kann auf die­ser Sei­te unten oder in die­sem exter­nen PDF-Doku­ment ange­se­hen werden.

Ameisenbüchlein

Gute 200 Jah­re ist es jetzt her, als Chris­ti­an Gott­hilf Salz­mann (1744–1811) 1806 sein Amei­sen­büch­lein ver­öf­fent­lich­te. In die­sem äußert er sich dar­über, dass es zwar Bücher über die Erzie­hung von Kin­dern gäbe, aber kei­ne, die die Erzie­her selbst erzö­gen. So heißt denn sein Werk auch vollständig:

Amei­sen­büch­lein, oder Anwei­sung zu einer ver­nünf­ti­gen Erzie­hung der Erzieher”

Vie­le der dar­in geäu­ßer­ten Gedan­ken haben mehr als 200 Jah­re spä­ter an Aktua­li­tät nichts verloren!

Ich erin­ne­re mich dar­an, dass mir C.G. Salz­mann Ende der 90er Jah­re an der Uni als einer der ers­ten Päd­ago­gen vor­ge­stellt wur­de, der im deutsch­spra­chi­gen Raum die Erzie­her zur kri­ti­schen Selbst­re­fle­xi­on ermahnte.

Ein paar Aus­zü­ge aus dem Amei­sen­büch­lein / Down­load des Buches unten:

Ich set­ze es als bekannt vor­aus, daß der Grund von den Feh­lern der Zög­lin­ge wirk­lich oft in den Erzie­hern lie­ge. … Sei auf­rich­tig gegen dich selbst und geste­he dir ein, daß du selbst an dem schuld sein KANNST, was du an dei­nen Zög­lin­gen tadelst. Sage nicht, ich bin mir doch bewußt, daß ich mei­ne Pflich­ten red­lich erfül­le. Dies kann wohl sein, aber viel­leicht ver­stehst du noch nicht recht, die Kin­der zu behandeln.

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Kernbotschaften der Hattie-Studie

Prof. Dr. Klaus Zie­rer stellt die Hat­tie-Stu­die in ca. 30 Minu­ten vor. Dabei geht er auf drei Kern­bot­schaf­ten ein:

  1. Ver­än­der­te Struk­tu­ren allei­ne wir­ken wenig. Die Chan­cen, die in ver­än­der­ten Struk­tu­ren lägen, müss­ten erkannt und dann aktiv genutzt wer­den (offe­ner Unter­richt, Klas­sen­grö­ße etc.). Daher müs­sen Leh­rer bei Ver­än­de­run­gen immer ein­ge­bun­den und mit­ge­nom­men werden!
  2. Von der Erfah­rung zur Exper­ti­se. Was unter­schei­det die lern­wirk­sa­men von den „schwa­chen” Leh­rern? Denn Erfah­rung allei­ne rei­che nicht, wie die Hat­tie-Stu­die zei­ge. (sie­he unten)
  3. Die Hal­tun­gen von Leh­rern gegen­über sich selbst und den Schü­lern bil­den den Kitt im didak­ti­schen Drei­eck „Leh­rer-Stoff-Schü­ler”. Sie sei­en grund­le­gend für den Lern­er­folg der Schü­ler! (sie­he auch: Mind­frames bei Hat­tie)
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